Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Iwan Gontscharow, Oblomow

Oblomow ist ein seltsames Buch. Obwohl die Figur des ewig faulen Idols aller Prokrastinierer beinahe sprichwörtlich ist, bleibt das Buch doch überraschend unbekannt. Als ich es zufällig in die Finger bekam (Antiquariat), war ich einerseits überrascht, andererseits aber auch erfreut. Hatte ich erwähnt, dass Bücherkauf für mich so eine Art Jagd ist? Ich muss sie entdecken, finden. Sich ein Buch einfach bei Amazon oder ZVAB zu besorgen ist dagegen nur eine Notlösung für dringende Fälle oder extrem seltene Exemplare.

Zurück zum Oblomow: Als Buch finde ich ihn insofern witzig, als die Geschichte in meiner Erinnerung extrem in den Hintergrund gerückt ist. Dagegen stechen einzelne Szenen, einzelne Handlungen bis heute sehr intensiv hervor. Besonders amüsant finde ich bis heute den Rausschmiss „Da ist das Heiligenbildchen und da ist die Tür!“ (aus dem Kopf zitiert). Das klingt gleich viel hübscher als das dämlich-deutsche „Da hat der Maurer ein Loch in der Wand gelassen“.

Wer sich für russische Literatur interessiert, sollte daher unbedingt beim Gontscharow vorbeischauen!

Vorheriger Beitrag

Gogols Mantel – Erzählungen aus Russland

Nächster Beitrag

Günter Grass, Katz und Maus

  1. Hey, dieses Buch habe ich vor zu lesen. Es wäre jetzt schön zu wissen, ob du das neue oder das alte Buch hast.
    Sonst hättest du auch mehr erzählen können.

    Liebe Grüße
    Gregor

    • Ich hab ne Übersetzung von 1926 (von Reinhold von Walter). Aber warum soll ich denn viel erzählen, wenn Du es jetzt lesen möchtest?
      Da hätte ich ja alles verraten. 😉
      Spaß beiseite: Mir geht es hier eher um meine Wertung als um den Inhalt eines Buchs.

  2. maja

    ich hab eben einen Link gefunden da kannst du Oblomow auch online lesen
    http://www.zeno.org/Literatur/M/Gon%C4%8Darov,+Ivan+Aleksandrovi%C4%8D/Roman/Oblomow

    • Stimmt. Grundsätzlich eine feine Sache, aber ich muss gestehen, dass ich kein ganzes Buch am Monitor lesen möchte. Und wenn ich schon auf dem Tablet lese, nehme ich lieber gleich ein E-Book. Trotzdem danke für den Tipp! 🙂

  3. maja

    Hast Du schon mal was von dem kirgisischen Dichter Tschingis Aitmatow gelesen ? Ich ja. Djamila

    • Ich überlege gerade, woher ich den Namen kenne. Ich glaube, gelesen hab ich noch nichts von ihm. Kann es sein, dass er in den letzten Jahren in den Feuilletons thematisiert war?

      • maja

        ja er ist nicht mehr am leben verstorben vor einiger zeit, das war thema wikipedia fragen !

        • Das hab ich gestern gelesen, ja, aber ich glaube, das, was ich meine, war noch etwas anderes. Mir schwant etwas, dass ein Buch von ihm im Freitag vorgestellt wurde. Die Frage ist nur der Anlass, denn ich bezweifle, dass ich mich daran erinnern würde, wenn es in seinem Todesjahr gewesen wäre.
          Und du kannst Djamila empfehlen?

          • maja

            ich kann Djamila nicht mehr empfehlen weil ich mich eigentlich nicht mehr an den Inhalt erinnern kann, es ist zu lange her, ich hab das Buch gelesen vor ungefähr 25 Jahren.

          • Tja, ich werde sicher irgendwann mal bei ihm vorbeischauen und lass mich dann überraschen. 🙂

  4. maja

    nein, das Kreuz hängt da auf Wunsch meines Mannes, er ist sehr religiös. Mich stört es nicht, das Kreuz, ich habs ihm mal geschenkt vor Jahren, es ist keine Massenware und sieht gut aus. Vielleicht mach ich mal ein Bild davon.
    ich selbst bin ja nicht religiös, ich bin eine evangelische Karteileiche.
    Er ist katholisch.

  5. Oh, das mit dem Heiligenbildchen ist wirklich schön (für Leute die sich noch erinnern, daß früher am Eingang sowas hing…). Totte auf Bücherjagd, das kann ich mir gut vorstellen.

Schreibe einen Kommentar

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: