Ich fürchte, an Kleist scheiden sich die Geister. Was hab ich mir für Meckereien anhören müssen von Leuten, denen er in der Schulzeit gehörig vergällt wurde.

Das ist echt schade. Denn Kleist ist nicht nur eine wichtige Größe für die deutschsprachige Zeitungsevolution, sondern ein ganz besonderer Formulierungskünstler, dergestalt, dass er, und zwar gern auch als Einschub, Nebensätze aneinanderreiht, atemlos, punktlos und schließlich mit direkter Rede, die er ebenso gehetzt in mehere Teile gliedert.

Sonst noch was? Ach ja, sein Leben war kurz und spannend. Eben eine helle Flamme in bewegten Zeiten. Wo sind solche Autoren heute?

Dementsprechend wichtig sind Biographien über Kleist. Und sei es auch nur eine kleine Rowohlt-Biographie zum Reinschmökern.