Mein Vater kam aus kleinen und großen Verhältnissen zugleich. Er war lediglich zur Volksschule gegangen, hatte eine Lehre als Schreiner gemacht und zusätzliche eine als Maurer, weil er hatte bauen wollen, und dann sein Fachabitur, obwohl ich nicht weiß, ob das damals schon so hieß, und dann studierte er Architektur, obwohl er selbst nur ein Schreinersohn war, der Sohn eines Schreiners, der aus Hessen kam, aus dem Taunus, und der, als er in den Wirtschaftswunderjahren zu Geld gekommen war, sich von seinem Sohn ein Haus bauen ließ, das erst in seiner Heimat im Taunus stehen sollte, bis mein Opa ein nettes Grundstück im Westerwald entdeckt hatte, der ihn genügend an den Taunus erinnerte, um sich hier ein Häuschen errichten zu lassen. Es war wirklich das erste Haus, das mein Vater auf dem Papier entwarf und das schließlich Stein und Dach wurde. Wenn mein Vater später beim Konstruieren und Zeichnen eines Hauses mit der Tusche auf dem Zeichenpapier kleckste und der Klecks im Garten lag, machte er sich manchmal nicht die Mühe, den Klecks wegzuschaben, sondern vertuschte ihn, indem er ihn zu einem Baum umformte. Einige Leute pflanzten später tatsächlich einen Baum an die Stelle, weil es ihnen gut gefiel.

Auch das Haus meines Opas hat einen Garten. In ihm standen verschiedene Obstbäume, Rosen und Beerensträucher. Davon steht heute nur noch wenig, praktisch ist einer der Apfelbäume übrig geblieben. Die Zwetschgenbäume, der Birnenbaum, der Marillenbaum, alles gefällt. Die Beeren ausgerissen. Anstelle der Rosen Rasen. Ein Haus, von dem mein Opa behauptete, wie würden es verkaufen, sobald er den Arsch zukniffe. Heute leben meine Mutter, meine Schwester, meine Nichte da. Nur ich nicht.