Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Kategorie: Dänischer Film

Men & Chicken

Der Film ist ein doofes Beispiel dafür, dass es nicht reicht, gute Künstler zusammenzuwürfeln, um ein gelungenes Werk zu schaffen, weil hier ein paar gute Ideen furchtbar mit flacher Einfallslosigkeit und einer lahmen Holzhammergeschichte plattgeklopft werden.

Fazit: leider

Zweite Chance

Dänischer Film mit einer echt krassen Geschichte über Kindesmisshandlung und -entführung zwischen bürgerlicher und Asiwelt – besonders bestechend durch einen rund spielenden Nikolaj Lie Kaas –, doch leider ist der Schluss des Films etwas platt geraten.

Fazit: aktuelles, gesellschaftspolitisches Kino rund um die Frage, ob es gut ist, ins Schicksal anderer Menschen einzugreifen

Die Jagd

Nein, ich bin als Mikkelsen-Fan nicht voreingenommen, sondern muss hier dringend einen Film empfehlen, der in Script, Regie und Darstellung – selbst die Kinder spielen hier um zig Längen besser als sämtliche Hollywood-„Größen“ zusammengenommen – mit zu dem Besten gehört, was ich in den letzten 2 Jahren gesehen habe.

Fazit: Angucken, und zwar sofort.

Melancholia

Schnarch von Trier – keineswegs der Nazi, zu dem er sich damals aus billigen Propagandazwecken gemacht hat, sondern eher einer der am meisten überschätzten Langweiler der Leinwand – hat zwei jeweils recht belanglose Geschichtchen trotz guter Schauspieler lieblos miteinander vermixt, dazu ab und an Bilder wie bei einer Parfümwerbung produziert und mich einmal mehr überzeugt, dass er wirklich fern davon ist, Dänemarks größter Regisseur zu sein – das ist nämlich ein Trio namens Anders Thomas Jensen, Nicolas Winding Refn und Lasse Spang Olsen.

Fazit: nur für Nazis der Langeweile oder für Leute mit Schlafstörungen

Das Genie und der Wahnsinn

Ein Film, der mit höchst spaßig Besetzung unterhält: Nikolaj Lie Kaas als völlig überdrehter Kunstfilmregisseur und Ulrich Thomsen als brutal-aggressiver Müllmann, der mal eben Drehbuch und Regie eines Kunstfilms übernimmt und bei der Gelegenheit zeigt, wie hirnrissig der selbstbezogen-überhebliche Kulturbetrieb allzu oft ist.

Fazit: kein Top-Ten-Film, aber in seiner kurzweiligen „Bescheuertheit“ allemal besser als das Fernsehprogramm

Pusher-Doublefeature (zwei Filme, zwei Sätze)

Nachdem ich an anderer Stelle bereits den ersten Teil der Pusher-Trilogie vorgestellt hatte, möchte ich heute die beiden anderen Teile empfehlen. Der zweite Teil, in Anlehnung an Tonnys (Mads Mikkelsen) Hinterkopftattoo Respect benannt, beschäftigt sich auf erschütternde wie unterhaltsame Weise mit Tonnys familiären Hintergründen, während der Drogenhändler Milo (Zlatko Buric) in Pusher 3 – Untertitel: I’m the Angel of Death! – sehr eindringlich erfahren muss, dass er den Höhepunkt seiner Karriere bereits weit hinter sich gelassen hat und er längst das Schicksal seiner Kunden teilt.

Fazit: sehenswert!

Pusher

Mit diesem ersten Mads-Mikkelsen-Spielfilm überhaupt eröffnete Nicolas Winding Refn die realistisch anmutende Geschichte um einen dänischen Kleinkriminellen – dargestellt von dem von mir hochgeschätzten Kim Bodnia –, deren Grundansatz (Krimineller schuldet der serbischen Mafia Geld) über „Pusher II“ zu den von Lasse Spang Olsen inszenierten Filmen „In China essen sie Hunde“ und „Old Men in News Cars“ führt.

Fazit: sehenswerter Geheimtipp!

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