Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Literaturlexikon

In bald 30 Jahren ernstzunehmender Lektüre hat sich einiges angesammelt. Viele meiner Umzugshelfer können die Plagen beschreiben, die meine Bibliothek bedeutet. In einer Art Kassensturz möchte ich daher an dieser Stelle einfach mal kurz darstellen, durch welche papiernen Gefilde ich so die vergangenen Jahrzehnte gereist bin.

Es gibt dabei eigentlich nur eine Regel: Fachbücher fallen raus. Erstens sind sie stinkelangweilig zu besprechen. Zweitens versuche ich seit Jahren, den Fachbuchbestand auszudünnen (was sich als erstaunlich schwierig erweist). Ansonsten wird alles möglichst kurz und gern launig gezeigt. Ich möchte dabei nicht viel Aufhebens um die Inhalte machen. Gerade bei Romanen gibt es genügend andere Websites für die Inhalte und selbst Wikipedia bietet dem Interessierten mehr Infos, als ich sie liefern kann oder möchte. Immerhin sollte man nicht vergessen, dass ich vieles vom Vorgestellten vor 20 Jahren gelesen habe. Da bin ich bei manchen Fällen schon froh, wenn ich noch weiß, ob mir ein Buch gefallen hat oder nicht.

Im Ganzen erhoffe ich mir, dass dadurch eine Art Teppich entsteht. Natürlich bestenfalls in der Art eines Flickenteppichs. Leser erhalten hoffentlich ein paar Anregungen für eigene Lektürewege oder wissen in Zukunft, worum sie einen großen Bogen machen sollten.

Dabei wünsche ich allen Lesern viel Spaß!

  1. Lieber doctotte,
    über den Umweg „buchwolf“ und AS bin ich bei Ihnen gelandet.
    Interessanter Ansatz, den sie da verfolgen. Einfach die Regale durchgehen und notieren, was hängen geblieben ist.
    Mal kann ich Ihren Notizen herzhaft Beifall zollen, mal regt sich innerer Widerspruch. Aber ist nicht gerade das die wunderbare Kraft der Bücher, in jedem Leser andere Töne anzuschlagen und bei jeder Relektüre neu und fremdartig zu klingen!? Bin gespannt, welche Töne Sie mir noch liefern werden ….
    LG J.K.

    • Das ist definitiv die Kraft der Bücher! Gerade hinsichtlich der Relektüre kann Überraschendes zutagetreten. In der Arno-Schmidt-Mailing-List war vor Jahren mal ein Bonmot im Schwange, dass Raabe erst gefällt, wenn man das fünfte Dezennium überschritten hat. Inwieweit es stimmt, dass er dann gefällt, kann ich noch nicht beurteilen, aber ich weiß, dass ich ihn mit 30 Jahren schrecklich langweilig fand.
      Umgekehrt – mein Standardbeispiel, zugegeben – sehe ich es beim Werther. Mit Anfang 20 muss man ihn einfach schätzen, aber schon wenige Jahre später ist der darin eingefangene Schmalz kaum noch zu ertragen.
      Schade ist eigentlich nur, dass es viel zu viele gute Bücher für viel zu wenig Lebenszeit gibt.

  2. Frau Taste

    Mach ich. Bin ja jetzt zu 60% von der Blog-Sucht befreit… hab also Zeit für besseres. 😉

  3. Frau Taste

    Das finde ich sehr spannend und hoffe, dadurch einiges aufzufrischen bzw. überhaupt erstmal kennen zu lernen. Mein un-bibliophiles Hirn dankt es Dir.

    • In dem Fall empfehle ich – falls Du das nicht bereits tust – auch die alten Einträge nach und nach zu durchforsten. 🙂

  4. Hallo, ich bin zufällig auf Deinen Blog gestoßen. Ich bin begeistert. zum einen, weil ich Deine Motive nachempfinden kann, zum anderen, weil Deine Buchbesprechungen eine inspirierende Lektüre sind. Grüße Leo

    • Ja, langsam macht der Blog die Runde. Das freut mich, auch wenn ich mich langsam dem Ende der Regalmeter nähere und voraussichtlich im Laufe des Jahres wohl „nur“ noch Bücher besprechen werde, die frisch gelesen sind.

  5. Die knappen Kommentare zu den Büchern ohne die übliche Beweihräucherung gefallen mir sehr.

  6. mercfalk

    Ich war leider schon lange nicht mehr auf deinem Blog, doch die Idee ist super und die Umsetzung gefällt mir auch sehr gut! Du hast mich mit diesem Blog übrigens auch für meinen zweiten Blog inspiriert. 😉

    Weshalb aber versuchst du Fachbücher loszuwerden?
    Bei mir in den Regalen fehlen diese leider geradezu, da ich meist doch lieber die schöne Literatur erwerbe, auch wenn ich gleichzeitig großes Interesse an den Sachbüchern habe. pff…

    • In der Hauptsache versuche ich sie loszuwerden, weil ich sie nicht mehr brauche. Es sind ca. 5 Regalmeter Archäologie und Skandinavistik, in die offenbar kein Antiquariat mehr etwas investieren möchte, obwohl zahlreiche wichtige Standards darunter sind, die größtenteils nicht mehr aufgelegt werden.
      Bei mir fressen sie nur Platz. Platz, den ich besser für neue Bücher gebrauchen könnte. 😉

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