Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Filme

Blade Runner 2049

Die Jubelkritiken („Gilt schon jetzt als bestes Sequel aller Zeiten!“) und die uninspiriert erzählten Trailer hätten Warnung genug sein müssen, aber ich wollte nicht auf mein Bauchgefühl hören und wurde daher jetzt mit einer sterbenslangweiligen Schmierentragödie bestraft, die in ihrer selbstverliebten, aber blutleeren Effekthascherei absolut jedes Gefühl für Timing und erzählerischen Witz vermissen lässt und nichts, aber auch wirklich gar nichts verstanden hat von der kunstvollen Reduktion Dicks, die Scott im Jahr 1982, als er noch gute Filme gedreht hat, in eine sehr eigene Melancholie zu verwandeln wusste.

Fazit: einfach enttäuschend

Moonlight

Auf den Oscar angesprochen antworte ich gewöhnlichm dass mir dieser güldene Pappkamerad schnurze ist & doch werde ich hin und wieder neugierig, was an den Preisträgern preistragend sein soll – oft, zu oft leider grundlos wie bei diesem insgesamt erschreckend belanglosen Streifen, der nur wenig zu erzählen hat, was auch durch manche schöne Kameraeinstellung einfach nicht zu retten ist.

Fazit: gähnen im Mondlicht

Chevalier

Als ich damals zur Veröffentlichung des Films über ihn las, wunderte ich mich schon, warum er es offenbar in keins meiner Programmkinos schaffte, was aber womöglich daran lag, dass die Grundgeschichte – eine Gruppe von Männern veranstaltet den ultimativen Schwanzvergleich – weniger amüsant, sondern vielmehr grunddeprimierend rüberkommt und das Zuschauen in den meisten Szenen eher einem Fremdschämen gleicht.

Fazit: ein (für Männer) sehr bedrückendes Drehbuch

Die andere Seite der Hoffnung

Mit diesem Film hat Kaurismäki sich selbst übertroffen, da man jedes, aber wirklich jedes Standbild von der ersten bis zur letzten Sekunde herausnehmen, vergrößern und in einer Fotoausstellung präsentieren könnte, so gut ist das Ganze fotografiert – und dabei erzählt es nebenbei noch eine, nein: zwei Geschichten.

Fazit: nicht nur für Kaurismäki-Fans ein hohes Vergnügen!

Plötzlich Gigolo

John Turturro, u.a. bekannt als Bowlingspieler aus Big Lebowski und Bruder von Mr. Monk, präsentiert hier ein amüsantes Spiel im Verbund mit Woody Allen in der Rolle als Zuhälter eines mittelalten Escorts, der die New Yorker Frauenwelt aufmischt und dabei doch nur die eine sucht.

Fazit: amüsanter kurzweiliger Spaß

Zwischen den Jahren

Ein im Prinzip recht krasser Film, der sich auf der Blaupause „ehemaliger Mörder wird vom Angehörigen seiner Opfer entdeckt und gestalkt“ recht eindrücklich mit dem Thema Vergangenheit, Buße und Neustart beschäftigt, ohne eine allgemeingültige Lösung präsentieren zu wollen.

Fazit: kein Heile-Welt-Film, nein, ganz und gar nicht

Wilde Maus

Bisher war ich ja kein übermäßiger Fan Josef Haders und wenn ich nicht gesehen hätte, dass Georg Friedrich mitspielt, hätte ich mir die Wilde Maus womöglich gar nicht angesehen, dabei ist der Witz, dass Friedrich (leider!) nur eine maue Nebenrolle bekommen hat, während Hader tatsächlich ein stilles Feuerwerk an skurril-amüsanten Situationen abfackelt und gut zu unterhalten weiß.

Fazit: ein großer Spaß, wenn auch vieles vermutlich eher für ältere Semester amüsant sein dürfte

Marija

Ein wahrlich interessant gezeichnete Miniatur auf der Leinwand eines Migrantenviertels in einer (deutschsprachigen)  Stadt, bei der es praktisch keine Rolle spielt, dass es die Dortmunder Nordstadt ist, treffend besetzt u.a. mit Georg Friedrich in einer herrlichen Rolle.

Fazit: ein spannendes Kleinod

La La Land

Ein wirklich sehr kurzweiliger Film mit einer hochinteressanten Kamera, die in Führung und Licht den Hauptdarstellern ehrlich gesagt oft die Show stiehlt.

Fazit: sehr unterhaltsam

Die Überglücklichen

Ein etwas seltsamer, mit einem komischen Spannungsbogen versehener Film über zwei Insassinnen einer Nervenheilanstalt (oder wie man das heute nennt), die nach einem Ausbruch das mal mehr, mal weniger unterhaltsame Abenteuer bestehen.

Fazit: Es war schon irgendwie kurzweilig, aber so sehr ich mir auch den Kopf zerbreche, ich wüsste niemanden, dem ich diesen Film ernsthaft empfehlen könnte.

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