Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Johnny Depp

Mord im Orient-Express (2017)

Branagh, der mal eine Art Garant für pfiffig gut gemachte Filme war, hat hier ein irrsinnig langweiliges Remake abgeliefert, das er mit komplett unnötigen „Action“-Szenen gewürzt hat, um stattdessen Details der Geschichte unter den Tisch fallen zu lassen, ohne die jemand, der die Geschichte nicht schon aus Buch oder der früheren Verfilmung kennt, vieles gar nicht verstehen kann.

Fazit: Die Verfilmung ist so unnötig wie ein Kropf.

Rum Diary

Okay, Rum Diarrhea ist der Film nicht geworden, aber mit dem, was Thompson mit jahrzehntelanger Verspätung nach gutem Zureden von Depp hat drucken lassen, hat dieser Film so wenig zu tun, dass es eigentlich nicht wundert, wenn man dabei kurz vorm Einschlafen ist.

Fazit: Gutes Buch, lahmer Film

Doublefeature (oder: zwei Filme, zwei Sätze)

Zum Todestag des Regisseurs und Kirchenstifters Edward D. Wood möchte ich heute sowohl auf dessen Meisterwerk als auch auf die Verfilmung der wichtigsten Phase seines Lebens durch Tim Burton hinweisen. „Plan 9 from Outer Space“ – ein krankes und billigst produziertes Sammelsurium aus Horror und Science-Fiction – betrachte ich nämlich als Einleitung oder besser noch als Finale einer Vorführung des Films „Ed Wood“, in dem neben Johnny Depp in der rosa Kaschmirpullover tragenden Hauptrolle eine hochkarätige Schauspielergarde – ganz groß Martin Landau, der Maskenmann aus „Kobra, übernehmen Sie“, als morphiumsüchtiger Bela Lugosi! – dem unglücklichen Möchtegerngenie postum die Ehre erweist.

Fazit: „Ed Wood“ = ein Muss. „Plan 9 from Outer Space“ = ein Sollte.

Public Enemies

Michael Mann, der Spezi, der von sich glaubt, mit einer HD-Kamera umgehen zu können, hat für seine Verwurstung ein spannendes Kapitel der US-amerikanischen Verbrechensgeschichte genommen, durch den Fleischwolf gedreht und auf den sterilen Boden klatschen lassen, weil er in seiner Blödheit leider vergessen hatte, Qualitätsdarm ans andere Ende zu halten.

Fazit: Da die Kamera schlimmer ist als im übelsten Dogmafilm und der Inhalt nur wenig mit dem wahren Leben gemein hat, ist der Film selbst für Depp-Fans kaum erträglich.

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