Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Ridley Scott

Blade Runner 2049

Die Jubelkritiken („Gilt schon jetzt als bestes Sequel aller Zeiten!“) und die uninspiriert erzählten Trailer hätten Warnung genug sein müssen, aber ich wollte nicht auf mein Bauchgefühl hören und wurde daher jetzt mit einer sterbenslangweiligen Schmierentragödie bestraft, die in ihrer selbstverliebten, aber blutleeren Effekthascherei absolut jedes Gefühl für Timing und erzählerischen Witz vermissen lässt und nichts, aber auch wirklich gar nichts verstanden hat von der kunstvollen Reduktion Dicks, die Scott im Jahr 1982, als er noch gute Filme gedreht hat, in eine sehr eigene Melancholie zu verwandeln wusste.

Fazit: einfach enttäuschend

The Martian

Diese moderne auf den Mars verlegte Robinsonade verblüfft mit einer kindlich-naiven und vor allem unhinterfragenden Technikgläubigkeit, die Esoterikfanatikern in ihrer Überzeugung kaum nachsteht und erschreckend viel über die Psychologie der „zivilisierten“ Gesellschaft verrät; viel mehr übrigens als es der Film vermag, die Psychologie jemandes darzustellen, der allein auf einem fremden Planeten zurückgelassen würde.

Fazit: leider nicht mehr als ein typischer NASA-Werbefilm mit banalem Gute-Laune-Appeal (und für mich der erneute Beweis, dass Scott-Filme längst so öde sind wie Spielberg-Erzeugnisse)

Prometheus

Der Film ist ein typisches Beispiel dafür, wie ich mit Ridley Scotts kreativen Ergüssen umgehe, weil sie für mich – abgesehen von Blade Runner und teilweise Gladiator – wie ein Unfall auf der Autobahn sind, den man sich einfach angucken muss, obwohl es einen selbst anwidert, dass man es tut.

Fazit: schicke Bilder, ein guter Fassbender, ein blödsinniges Drehbuch mit viel zu vielen unmotivierten und nicht richtig erzählten Strängen

Philip K. Dick, Träumen Androiden von elektrischen Schafen?

Das war mein erster Band von Dick. Klar, als Fan von Blade Runner wollte ich endlich mal wissen, was es mit diesem Autor und seinen düsteren Büchern auf sich hat.

Beim ersten Lesen war ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht (so wie Dick, als er vor seinem Tod die Fassung von Blade Runner gesehen hat). Das, was da zwischen den Buchdeckeln stand, hatte nahezu nichts mit der Verfilmung von Ridley Scott gemein. In der ersten Enttäuschung war ich dann auch noch blind, die wahren Qualitäten Dicks zu erkennen. Das änderte sich erst, als ich aus Neugier ein weiteres Buch von ihm kaufte: Dr. Bloodmoney. Seitdem bin ich in Dicks Kosmos verloren.

Natürlich hab ich später auch das Androiden-Schaf-Buch noch einmal gelesen. Nachdem ich mit Dick besser vertraut war, kam ich deutlich besser damit klar. Und ehrlich gesagt gefällt mir ziemlich genau seitdem der Film lange nicht mehr so gut wie früher, obwohl mich diese Stimmung und zahlreiche Einstellungen im Film bis heute aufs Tiefste faszinieren.

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