Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Biographie

Francois Bondi, Ragni Maria Gschwend, Italo Svevo

Svevo ist mir irgendwie sympathisch. Man mag sich ja leicht täuschen, wenn man versucht, Menschen einzuschätzen, die man nur sehr indirekt und womöglich über weite Räume oder Zeiträume getrennt „kennenlernt“, aber ich habe meines Wissens nur Zeilen über Svevo gelesen, die ihn als einen Menschen darstellten, mit dem man gern ein Glas Chianti getrunken und ein wenig parliert hätte. Zu diesem Bild trägt die kleine Rowohlt-Biographie erneut bei. Ettore, lass uns anstoßen!

Irmela Brender, Christoph Martin Wieland

Von Wieland kenne ich leider viel zu wenig, um ihn als Autor wirklich beurteilen zu können (praktisch nur Ausschnitte). Als Mensch finde ich ihn aber schon länger interessant. Da brauchte ich nicht lang zu überlegen, als ich diese Rowohlt-Biographie in die Finger bekam – sie wurde gekauft, gelesen und für interessant befunden.

Gut, die Rowohlt-Bios gehen nicht ans Eingemachte, aber ich finde sie regelmäßig gut genug, damit man einen schnellen Eindruck über das Leben einer bestimmten Person gewinnen kann. Und hier in diesem Fall hat es sich ja auch wieder gelohnt. Denn man erfährt Interessante über den eigensinnigen Kopf Wieland, der bei mir ein wenig den Eindruck erweckt, dass er in der falschen Zeit gelebt hat. Auf jeden Fall wirkte in ihm eine Geistesgröße, die sehr fein mit Sprache umzugehen wusste. Und das ist ja schon mal ein guter Anfang.

Richard Ellmann, James Joyce. Biographie

Das ist nicht eine, sondern DIE ultimative Joyce-Biographie. Was Ellmann hier wissbegierig zusammengetragen und dem Joyce-Fan sehr angenehm lesbar überreicht hat, kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der ein bisschen im Universum des Iren herumstöbern möchte. Ellmann ist an Unterlagen gelangt, die vor ihm kaum jemand kannte und an die die Erben vermutlich auch heute keinen mehr lassen. (Und schlimmer: Er weiß recht genau von weiteren Quellen, die die Erben aber höchstwahrscheinlich bereits vernichtet haben!). Mehr möchte ich eigentlich gar nicht sagen, denn ich habe gemerkt: Es gibt Leute, die lesen Biographien, und es gibt Leute, die lesen keine. Wer sie liest und Interesse an Joyce hat, wird über kurz oder lang am Ellmann sowieso nicht vorbeikommen.

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