Als jemand, der in dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts aufgewachsen ist, sind die Begriffe Terror und Terrorismus durchaus prägend. Schon als Kind habe ich – wenigstens zum Teil – mitbekommen, wie der deutsche Herbst ablief, ich kann mich noch sehr gut an all die Fahndungsplakate erinnern, an die Sympathiebekundgebungen, an Terror aus dem Nahen Osten, an die Terrorwarnungen im BFBS. Da war es für mich schon eine kleine Überraschung, als ich vor etlichen Jahren dieses Buch entdeckte, in dem ein russischer Terrorist von seinen Versuchen berichtet, den russischen Zaren zu töten.

Insgesamt ist der Text durchaus interessant, insbesondere als zeitgeschichtlich ergänzender Text zu Conrads Geheimagent. Wobei ich es besonders frappierend finde, wie dilettantisch die Terroristen Ende des 19. Jahrhunderts noch sind. Viele Attentatsversuche gehen dermaßen schief, dass man sich in einen Slapstick-Film versetzt fühlt. Trotzdem oder gerade deswegen sehr empfehlenswert!