Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Hermann Hesse

Hermann Hesse, Der Steppenwolf

Der alte Klassiker. Vermutlich bis heute DAS Buch für alle Teenager, meines Erachtens mehr noch als der Fänger im Roggen. Ich glaube, wenn man nachvollziehen möchte, wie Goethes Werther im 18. Jahrhundert eingeschlagen hat, braucht man nur Teenager über den Steppenwolf zu sprechen hören. Dieser „Das bin ich!“-Effekt dürfte bei wenigen Büchern höher sein.

Übrigens gibt es von Robert Crumb einen wunderbaren kurzen Text über die raffinierte Technik der Ich-Identifikation, auf der praktisch die gesamte Popkultur basiert. Ich schweife ab – nur um gleich wieder abzuschweifen: Ich hatte mich doch mal zu Büchern geäußert, die nur in bestimmten Altersstufen funktionieren. Ja, richtig geraten, dasselbe gilt für den Steppenwolf. Deshalb passt an dieser Stelle wunderbar eine Anmerkung von Reich-Ranicki. Der sagte nämlich einmal, er habe den Steppenwolf dreimal gelesen: einmal als Jugendlicher, da war er entzückt. Einmal nach dem zweiten Weltkrieg, da war er enttäuscht. Und einmal Jahre später im Rahmen einer Untersuchung – da war er entsetzt.

Arno Schmidt, Briefwechsel mit Kollegen

Ein Sammelsurium kürzerer Briefwechsel ist hier zusammengestellt. Die Qualität hängt natürlich stark davon ab, wie interessant man die einzelnen Briefschreiber findet. Neben Deschner und Döblin ist das für mich vor allem Hans Henny Jahnn.

Im Übrigen war der Kauf wohl eher dem Sammeltrieb geschuldet.

Hermann Hesse, Narziß und Goldmund

Mit Hesse ist es ähnlich wie mit Goethes Werther. Er ist Lektüre für ein bestimmtes Alter. Wobei ich Hesse noch etwas vor den Werther setzen würde, aber das mag Geschmackssache sein.

Empfohlen hatte mir Hesse ein sehr lieber Schulfreund, der nach ein paar Jahren beruflicher und privater Erfolglosigkeit leider, leider den Kontakt total abgebrochen hat, was ich bis heute sehr schade finde.

Er hatte mir übrigens speziell Narziß und Goldmund empfohlen.

Wobei ich bis heute davon überzeugt bin, dass er die beiden Protagonisten als Blaupause für ihn und mich betrachtet hat. Kurz zum Inhalt: Narziß und Goldmund lernen sich in der Klosterschule kennen, der eine – Narziß – bleibt da, Goldmund geht in die weite Welt, macht auf der Wanderschaft vielerlei Erfahrungen. Beide finden sich unter unschönen Vorzeichen wieder und … tja, den Schluss sollte man selbst lesen – vorausgesetzt man ist noch im richtigen Alter.

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