Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Karlheinz Deschner

Karlheinz Deschner, Oben ohne. Für einen götterlosen Himmel und eine priesterfreie Welt.

Deschner vereint in diesem Taschenbuch „Zweiundzwanzig Attacken, Repliken und andere starke Stücke“, also eine Reihe von Essays, die teils bitter, teils amüsant, auch (unfreiwillig) komisch, teils aber auch einfach erschreckend sind.
Ich führe die Titel kurz auf:

  • Warum ich Agnostiker bin
  • Ich brauche kein Gottesbild
  • Was wir von Jesus wirklich wissen und was dann kam
  • Kaiser Julian, 332–363
  • Überfahrt ins Himmelreich
  • Reliquien oder Das Volk gläubet jetzt so leichthin, wie eine Sau ins Wasser brunzet … Ein lückenreiches Panorama – von den hochheiligen Vorhäuten Jesu bis zum Kot des Palmesels
  • Wir brauchen keine Menschen, die denken können, oder: Dicke Finsternis ruht über dem Lande
  • Lauter Lügen hat dein Mund mir erzählt …
  • Replik auf eine Erklärung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz
  • Die Frommen und die Freudenmädchen. Warum CSU-Politiker, wünschen sie in München Bordelle, christliche Traditionen fortsetzen
  • Antwort auf die Frage: Sind wir Deutsche noch Christen?
  • Kruzifix noch mal. Rhapsodisches zum Jahresende 1995
  • Der Papst
  • An König David
  • An Michael Kardinal Faulhaber
  • Ist Kirchenbeschimpfung überhaupt möglich? Ein Gutachten
  • Hammers Tiefschlag gekontert
  • Pars pro toto: Bericht für eine katholische Akademie
  • Wes Brot ich ess’ oder Vor jeder Form von Macht auf dem Bauch
  • Interview mit Anselmo Sanjuán für die Madrider Zeitung «El Independiente» im Sommer 1990
  • Interview mit Claudio Pozzoli für die Turiner Zeitung «La Stampa» im Sommer 1990
  • Interview mit Michael Meier für die «Sonnags-Zeitung», Zürich, im Frühjahr 1996

Besonders amüsant ist natürlich der Teil über die albernen Reliquien mit fliegenden Krippen (übers Mittelmeer und zweimal über die Adria), Heiligen mit zahlreichen Köpfen und Armen und so vielen Holzsplittern aus dem heiligen Kreuz, dass man damit wohl mehrere Archen nachbauen könnte. Ja, so unterhaltsam kann Kirchenbeschimpfung sein.

Karlheinz Deschner, Abermals krähte der Hahn. Eine Demaskierung des Christentums von den Evangelisten bis zu den Faschisten

Ein Rundumschlag durchs waffenstarrende, blutlüsterne, raffgierige und moralisch verkommende Christentum bietet einmal mehr Karlheinz Deschner mit dieser Abhandlung. Angefangen bei dem Sammelsurium, aus dem sich die „Lehre“ des Möchtegernzauberers aus Nazareth über weltliche Machtpolitiker, die die Chance in diesem System erkannten und ergriffen, und sich des Glaubens der Massen nach Herzenslust bedien(t)en, wenn es ihren Schachzügen zupass kam. Deschner ist eben immer eine Empfehlung wert!

Karlheinz Deschner, Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA

Ich war überrascht, als ich das Buch las, da ich den Eindruck hatte, dass Deschner noch verbissener schrieb als bei seinen Kirchenbüchern. Und obwohl man zwischendurch den Schaum vor Deschners Mund zu ahnen glaubt, möchte ich dieses Buch als Ergänzung zu Kinzers Putsch! empfehlen. Deschner zeigt nämlich über den späteren Imperialismus hinaus, wie sehr schon in den ersten Dekaden die Geschichte der USA von Eroberung und Rücksichtslosigkeit geprägt ist. Politische Entscheidungen fallen durch sämtliche Jahrhunderte ganz danach, wie sich das Fähnchen im Wind gerade drehen soll. Fast ist man geneigt zu glauben, dass Angela Merkel das Buch kennt und die beschriebene machtgeile Beliebigkeit als einzige Richtschnur ihres Handelns nimmt.

Karlheinz Deschner, Opus Diaboli, Fünfzehn unversöhnliche Essays über die Arbeit im Weinberg des Herrn

Aktuell befinden wir uns in einer besonders kritischen Ecke meiner Bücherregale. Karlheinz Deschner, der Mann, der sich den Kampf wider die lächerliche, aber brandgefährliche Institution Kirche auf die Fahne geschrieben hat, kennt wirklich keine Verwandtschaft. Der vorliegende Band enthält allerlei Skurriles, Absonderliches und Erstaunliches. Ich führ mal eben die einzelnen Essays auf:

Den Progressisten Gruß zunächst; Man nennt es Heilsgeschichte; Weide meine Lämmer!; Sexualität und Christentum; Écrasez l’infâme oder Über die Notwendigkeit, aus der Kirche auszutreten; Die Konstaninische Schenkung; Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert; Michael Schmaus – einer statt vieler; Macht ist alles; Schwere Zeit für Päpste; Ein Papst reist zum Tatort; Morden mit Maria; Angriff und Gegenattacke. Replik auf die Beschwerde eines Kirchenknechts; Deschners Solo in der insel oder Wider zwei evangelische Verleumder; Alternative für Weihnachten.

Man mag Deschner mögen (so wie ich) oder hassen (so wie wohl sämtliche Kirchenvertreter). Aber niemand kann behaupten, dass der Mann schlecht schreibt. Guter Stil und packender Inhalt treffen wohl selten so sehr auf einen Punkt zusammen wie bei ihm.

Arno Schmidt, Briefwechsel mit Kollegen

Ein Sammelsurium kürzerer Briefwechsel ist hier zusammengestellt. Die Qualität hängt natürlich stark davon ab, wie interessant man die einzelnen Briefschreiber findet. Neben Deschner und Döblin ist das für mich vor allem Hans Henny Jahnn.

Im Übrigen war der Kauf wohl eher dem Sammeltrieb geschuldet.

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