Für gewöhnlich bespreche ich hier ja Bücher, die ich zu Ende gelesen habe. Das hat etwas mit meiner Ehre als Durchleser zu tun. Aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. Denn das Mach-Mist-Buch ist kein Lesebuch, sondern ein Mitmachbuch. Auf vielen, vielen Seiten bekommt man viele lustige Aufgaben, wie man das Buch verunstaltet soll. Dazu muss man wissen, dass Bücher für mich heilige Dinge sind. Auf Eselsohren in meinen Büchern steht Handabhacken, für Brötchenkrümel in der Bindung eine Einladung zu einem Dreigängemenü (inkl. Getränke). Ausnahmen werden nur bei guter Führung gemacht.

Daher kann man sich vorstellen, was es für mich bedeutet, ein Buch dermaßen auseinanderzunehmen. Und das im Wortsinne. Man bemalt, beklebt, zerreißt, zerknüllt Seiten und schmiergelt sie ab. Man bekritzelt und beschmiert sie mit Tinte, Farbe, Klebstoff, Honig, Ei, Portwein (meine persönliche Wahl), Kaffee, Dreck, Kohle. Man gräbt das Buch ein und belässt es drei Tage im Boden oder malt Aquarelle und legt sie über Nacht in den Regen. Ich könnte so noch etliche Zeilen füllen.

Wozu das gut sein soll? Man lässt seiner Kreativität freien Lauf. Man tobt sich aus, verhunzt und zerstört. Und das Buch wird gerade dadurch leben. Ich bin schon sehr gespannt, wie es aussehen wird, wenn ich damit fertig bin, allerdings wird das noch einige Zeit dauern, da ich mir Zeit lasse damit. Aktuell sieht es noch so aus.

Cover des Buches Mach Mist!

Stand Januar 2015