Oblomow ist ein seltsames Buch. Obwohl die Figur des ewig faulen Idols aller Prokrastinierer beinahe sprichwörtlich ist, bleibt das Buch doch überraschend unbekannt. Als ich es zufällig in die Finger bekam (Antiquariat), war ich einerseits überrascht, andererseits aber auch erfreut. Hatte ich erwähnt, dass Bücherkauf für mich so eine Art Jagd ist? Ich muss sie entdecken, finden. Sich ein Buch einfach bei Amazon oder ZVAB zu besorgen ist dagegen nur eine Notlösung für dringende Fälle oder extrem seltene Exemplare.

Zurück zum Oblomow: Als Buch finde ich ihn insofern witzig, als die Geschichte in meiner Erinnerung extrem in den Hintergrund gerückt ist. Dagegen stechen einzelne Szenen, einzelne Handlungen bis heute sehr intensiv hervor. Besonders amüsant finde ich bis heute den Rausschmiss „Da ist das Heiligenbildchen und da ist die Tür!“ (aus dem Kopf zitiert). Das klingt gleich viel hübscher als das dämlich-deutsche „Da hat der Maurer ein Loch in der Wand gelassen“.

Wer sich für russische Literatur interessiert, sollte daher unbedingt beim Gontscharow vorbeischauen!