Die dritte Kassette der Bargfelder Ausgabe enthält neben den beiden Monografien über Karl May und Friedrich de la Motte Fouqué die zahlreichen Essays, die Schmidt für Zeitungen verfasst hat. Letztere sind oft recht kurz gehalten, sprühen aber oft vor Witz, Ideen, aber auch vor Zorn darüber, wie miserabel seine Situation als Schriftsteller ist und was man politisch ändern müsste, um es Schriftstellern allgemein leichter zu machen.
Daher dürften die Essays so ziemlich das Persönlichste sein, was man von Schmidt in die Finger bekommen kann.

Die Arbeiten über May und Fouqué dagegen betrachte ich gemischt. Der Text über May, in dem Schmidt bis zum Erbrechen die These vertritt, die Bücher Mays seien an Sammelsurium an Schwulitäten, ist in der Herangehensweise nicht uninteressant, im Ergebnis aber bald sehr lähmend, weil man schnell merkt, wie sich da jemand in seine Theorie verrannt hat, es aber nicht zugeben mag.

Und Fouqué? Je nun. Von allen Schmidt-Empfehlungen halte ich den von ihm ach-so-hochgeschätzten Fouqué für den am meisten überschätzten Autor. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass alles, was Fouqué anderes in seinem Leben gemacht hat, wesentlich wertvoller für die Nachwelt war als seine Texte. Und dafür ist Schmidts Annäherung an eine Biografie natürlich durchaus von gewissem Interesse. Aber mehr auch nicht.