Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: William Blake

Mary Lynn Johnson, John E. Grant (Ed.), William Blake’s Poetry and Designs

Wie manch anderer Lyrikband auch muss ich bei diesem eine winzige Ausnahme machen. Nein, ich habe nicht alle Texte Blakes gelesen, aber ich schätze diesen Band nicht allein wegen seiner mir bekannten Texte, sondern auch wegen der hochspannenden Illustrationen, die mich in manchen Details an Bilder aus Prinzhorns Bildnerei der Geisteskranken erinnern. (Und zumindest insofern müsste ich Schmidt eigentlich recht geben, wenn er Blakes Lyrik als „die Gesänge eines Irren in ausgedachten Landschaften“ bezeichnet.)

Kurz: Meine beiden Blake-Lieblinge sind hier der Tyger und die Marriage of Heaven and Hell. Nebenbei möchte ich aber auch auf einen meiner Lieblingsfilme hinweisen: Dead Man von Jim Jarmusch – hier spielt Johnny Depp einen (angeschossenen) Mann, der zufälligerweise William Blake heißt und von einem Indianer für den großen Dichter gehalten wird.

Arno Schmidt, Nobodaddy’s Kinder

Ich überlege gerade, wie viele Dubletten ich inhaltlich von Schmidt besitze. Der Band Nobodaddy’s Kinder – ein Titel, der auf ein Blake-Gedicht verweist – enthält mit Aus dem Leben eines Fauns, Brand’s Haide und Schwarze Spiegel drei Klassiker aus dem Schmidt’schen Kanon, die ich mindestens noch zweimal in anderen Ausgaben besitze. Ich schätze alle drei Geschichten, in denen Schmidt fleißig mit der Form experimentiert und doch nachvollziehbare Bilder zeichnet. Es sind Erinnerungen an die eigene Flüchtlingszeit (Brand’s Haide), eine Erzählung über die innere Immigration während der NS-Zeit (Faun) und das längere Gedankenspiel über die Zeit nach einem dritten Weltkrieg (Spiegel).

Während ich hier meine Gedanken über die Texte sammle, stelle ich fest, dass ich alle drei unbedingt mal wieder lesen sollte. Meine Erinnerung daran sind nämlich vor allem einzelne Bilder, Formulierungen und Ausdrücke, die es verdienen, wieder in den richtigen Kontext gesetzt zu werden.

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