In der Aufzählung guter deutschsprachiger Autoren aus der Vorkriegszeit wird Döblin mehr und mehr zu einem Schatten. Er verschwindet aus dem Fokus, wird schemenhaft und ich habe große Sorge, dass er bald nahezu unbekannt sein wird.

Das hat Döblin nämlich garantiert nicht verdient. Er hat nicht nur die deutsche Sprache wie wenig andere beherrscht, sondern auch den deutschsprachigen Roman auf ein neues Niveau gehoben. Das gilt nicht nur, aber gerade für die Geschichte von Franz Biberkopf. Wenn man mich fragte, und das geschieht leider nur für die falschen Fragen, dann müsste vor jeder dämlichen Faustlektüre der Alexanderplatz kommen. Er ist besser geschrieben, wichtiger und vor allem aktueller für unsere Zeit.

Wer ihn noch nicht kennt, dem sei gesagt: Lesen, unbedingt lesen!