Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Filme (Seite 1 von 2)

The Death of Stalin

Es wirkt, als hätte das Team um Armando Iannucci sich nicht so recht entscheiden können zwischen einer klassischen Komödie und einer Darstellung des Schreckens, der am Hofe des Stählernen herrschte, woran letztlich Szene um Szene krankt, weil das Lachen meist schon stecken bleibt, bevor es auch nur den Hals erreichen kann, und weder Michael Palin als Molotow noch Steve Buscemi als Chruschtschow den Film zu retten vermögen.

Fazit: ein Film über die Angst, einen falschen Schritt zu machen

The Party

Als grandios angepriesen war dieses Stück Kammerspiellein für die Leinwand, das – zu meiner Überraschung – eigentlich nur so gerade lebt vom Spiel Timothy Spalls und Cillian Murphys, während die Damen praktisch nur die Kulisse füllen und Bruno Ganz wie üblich kaum über eine Rolle als irrelevanter Bühnennarr hinaus fungiert.

Fazit: gute Stellen, insgesamt aber doch enttäuschend

Ich, Daniel Blake

Loach, der wohl letzte aufrichtige Marxist, vor dem man sich zu Recht verbeugen kann, stellt hier den bitteren Kampf des kleinen Mannes mit Gerechtigkeitssinn gegen einen Bürokratenstaat dar, der bei aller Realitätswerdung Orwell nur wenig nachsteht.

Fazit: ein wichtiges Stück Zeitgeschichte

The Square

Es ist zwar schon Monate her, dass ich den Film gesehen habe, aber irgendwie ist mir untergekommen, hier meinen Senf dazuzugeben, der zusammengefasst werden kann im Urteil „Thema verfehlt“, weil The Square meiner Meinung nach das Hingucken/Weggucken fehldarstellt.

Fazit: bei allem Unterhaltungswert deutlich überschätzt

Django – Ein Leben für die Musik

Ein für den Django-Fan grundsätzlich interessanter Film, der sich allerdings zu wenig entscheiden kann, ob er einen widerständigen Helden oder einen Ausnahmemusiker vorstellen möchte, und daher nichts Halbes bleibt und nichts Ganzes wird.

Fazit: eher hörens- als sehenswert

Loving Vincent

Die formidable Idee, aus van Goghs Bildern einen „Zeichentrick“ zu erstellen, der über das Ende des Malers Auskunft geben soll, ist zwar technisch grandios umgesetzt, fällt erzählerisch aber leider etwas flau aus.

Fazit: ein Film, der ein neues Verständnis für Tiefe und Bewegung in van Goghs Werk erzeugt

Mord im Orient-Express (2017)

Branagh, der mal eine Art Garant für pfiffig gut gemachte Filme war, hat hier ein irrsinnig langweiliges Remake abgeliefert, das er mit komplett unnötigen „Action“-Szenen gewürzt hat, um stattdessen Details der Geschichte unter den Tisch fallen zu lassen, ohne die jemand, der die Geschichte nicht schon aus Buch oder der früheren Verfilmung kennt, vieles gar nicht verstehen kann.

Fazit: Die Verfilmung ist so unnötig wie ein Kropf.

Blade Runner 2049

Die Jubelkritiken („Gilt schon jetzt als bestes Sequel aller Zeiten!“) und die uninspiriert erzählten Trailer hätten Warnung genug sein müssen, aber ich wollte nicht auf mein Bauchgefühl hören und wurde daher jetzt mit einer sterbenslangweiligen Schmierentragödie bestraft, die in ihrer selbstverliebten, aber blutleeren Effekthascherei absolut jedes Gefühl für Timing und erzählerischen Witz vermissen lässt und nichts, aber auch wirklich gar nichts verstanden hat von der kunstvollen Reduktion Dicks, die Scott im Jahr 1982, als er noch gute Filme gedreht hat, in eine sehr eigene Melancholie zu verwandeln wusste.

Fazit: einfach enttäuschend

Moonlight

Auf den Oscar angesprochen antworte ich gewöhnlichm dass mir dieser güldene Pappkamerad schnurze ist & doch werde ich hin und wieder neugierig, was an den Preisträgern preistragend sein soll – oft, zu oft leider grundlos wie bei diesem insgesamt erschreckend belanglosen Streifen, der nur wenig zu erzählen hat, was auch durch manche schöne Kameraeinstellung einfach nicht zu retten ist.

Fazit: gähnen im Mondlicht

Chevalier

Als ich damals zur Veröffentlichung des Films über ihn las, wunderte ich mich schon, warum er es offenbar in keins meiner Programmkinos schaffte, was aber womöglich daran lag, dass die Grundgeschichte – eine Gruppe von Männern veranstaltet den ultimativen Schwanzvergleich – weniger amüsant, sondern vielmehr grunddeprimierend rüberkommt und das Zuschauen in den meisten Szenen eher einem Fremdschämen gleicht.

Fazit: ein (für Männer) sehr bedrückendes Drehbuch

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