Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Gedichte

Edgar Allan Poe, Der Rabe

In diesem Band aus der Haffmans-Ausgabe sind neben Poe-Gedichten – der Titel verrät es bereits – drei Essays versammelt: Heureka, die Methode der Komposition und Maelzels Schachspieler.

Ich mach es kurz: Poes Gedichte sind nicht meine Welt. Mit Ausnahme des Raben finde ich sie alle, sagenwirmalfreundlich: öde. Interessanter sind da die Essays, auch wenn es leider nur drei Stück sind.

Die Methode der Komposition ist bekanntlich eng mit dem Raben verbunden – schildert Poe hier doch, wie er angeblich das Gedicht entwickelt hat. Mehr zum Thema hier.

Malezels Schachspieler gehört meiner Erinnerung nach zu den frühesten Texten, die ich überhaupt von Poe gelesen habe. Warum auch immer. Ich glaube, der Text war mal irgendwo abgedruckt.

Heureka – der Versuch, den Kosmus und seine Entstehung zu erklären – ist durchaus die Lektüre wert, auch wenn er mir stellenweise wie Kraut und Rüben erscheint.

Friedrich Nietzsche, Gedichte

Gut, Nietzsche mag man oder mag man nicht. Dazwischen gibt es nix. Seine Gedichte finde ich qualitativ stark schwankend, obwohl ich als ehemaliger Archäologe dennoch ein Lieblingsgedicht von ihm aufzusagen weiß:

Wo Du stehst, grab tief hinein!
Drunten ist die Quelle!
Lass die dunklen Männer schrein:
„Stets ist drunten Hölle!“

Paul Celan, Gedichte

Richtig, zum guten Kanon deutschsprachiger Lyrik gehört selbstverständlich die Todesfuge. Das meiste andere von Celan hat sich aber doch eher, sagen wir mal, überlebt. Also eher etwas, was man kennen sollte, was man aber nicht unbedingt zu Hause haben muss.

Bert Brecht, Gedichte über die Liebe

Okay, Brecht hat geklaut und viele seiner Texte von seinen Frauen schreiben lassen (so gewinnt der Begriff Frauengeschichten nebenbei eine ganz andere Bedeutung). Aber unter seinem Namen sind eine Reihe von sehr spannenden, interessanten und elektrisierenden Gedichte über die Liebe, den Sex und die Frau veröffentlicht. Und dieser Band fasst die besten zusammen. Wer Spaß an der Lektüre solcher Texte hat, wird auch bei der Brechtauswahl nicht zu kurz kommen. Die Gedichte lohnen übrigens auch die laute Lektüre, wenn man die rechte Zuhörerin hat.

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