Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Jean-Paul Sartre

Inge Hammelmann (Hrsg.), Der Schul-Rabe

In unserem Kulturkreis gibt es eine praktische Regel: Wenn gar kein Thema mehr geht, einfach Wetter ansprechen – oder Schule. Schule kennt jeder, hat jeder mal erlebt (oder erlebt noch), jeder hat gute und schlechte Erfahrungen gemacht und kann Anekdötchen, Katastrophenmeldungen, bitterböse Kommentare oder spannende Reportagen beisteuern.

Da lag es nahe, auch einen Raben zum Thema Schule zu gestalten (Nr. 36). Der ist gespickt mit allerlei Lehrern, Schülern, mit Lernen und Pauken, von Sartre über Huelsenbeck zu Borowiak. Besonders amüsant erscheint mir der seitenlange Briefwechsel zwischen Wilhelm Reich und A.S. Neill, in dem Reich den Leiter der Summerhill-Schule vom Bau und Nutzen des Orgonakkumulators überzeugen wollte. (Wer son Ding braucht, wird bekanntlich hier glücklich.)

Ja, der Schul-Rabe ist definitiv unterhaltsam!

Martin Suhr, Sartre zur Einführung

Netter kleiner Einstieg mit Überblick, den ich mir vor fast 25 Jahren geholt habe, als ich tiefer in Sartre einsteigen wollte. Damals war es ganz interessant für mich. Aber eigentlich ist es auch kein Buch, das ich heute noch brauche.

Jean-Paul Sartre, Die schmutzigen Hände

… und weil ich den einen Sartre gerade in den Händen hatte, dacht ich mir: Komm, lieste den letzten, den du hier rumstehen hast, gleich mit. Der war, das muss ich einräumen, nicht nur geschichtlich, sondern auch inhaltlich etwas gehaltvoller. Dennoch bleibt er in einem merkwürdigen Sinne unbefriedigend. Ich glaube fast, dass es hauptsächlich am analytischen Aufbau des Stückes liegt, möchte aber nicht ausschließen, dass auch inhaltliche Schwächen zu diesem müden Textklang beitragen. Ob ich es noch mal lesen möchte? Nein, bestimmt nicht. Ich fürchte, es gibt keinen Sartre-Text, den ich zweimal lesen möchte.

Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus

Da wird man nebenbei in einem Kneipengespräch auf das Buch hingewiesen, verwechselt es erst mit einem anderen Titel, nur um hinterher zu Hause festzustellen, dass man es besitzt, aber noch nicht gelesen hat. Wurde natürlich gleich nachgeholt. Und auch wenn viele enthaltene Binsenweisheiten so schal wie im Ekel sind, ist hier die Geschichte doch merklich gehaltvoller zu lesen. Also wenigstens etwas. Trüb bleiben aber die Lebensaussichten.

Jean-Paul Sartre, Der Ekel

Einerseits lustig, nach Jahren der Abstinenz mal wieder kurz in Sartres Kosmos zu tauchen. Andererseits hab ich mich gewundert, wie dämlich Sätze und Absätze dieses Mannes sein konnten.

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