Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Karl Marx

Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei

Man kann ja über Marx und Engels sagen, was man will. Aber mit der Analyse im Kommunistischen Manifest haben sie bis heute Recht behalten. Und ich räume ein, dass ich es schon etwas erschreckend finde, dass sich das System praktisch seit anderhalb Jahrhunderten nicht wesentlich verbessert hat. Kaum weniger erschreckend ist allerdings die Tatsache, dass in derselben Zeit keine wirklich funktionierende Lösung gefunden wurde. Denn die sozialistischen Diktaturen kann man beim besten Willen nicht als solche betrachten – und ehrlich gesagt habe ich sogar meine Zweifel, dass der Mensch für einen wie auch immer gearteten Sozialismus überhaupt geeignet ist. Aber wer weiß, vielleicht werde ich ja auch noch eines Tages eines Besseren belehrt.
Das ändert aber nichts daran, dass das Manifest aus Gründen der Analyse auch weiterhin eine hochwichtige Quelle bleibt, deren Lektüre jedem politisch interessierten Menschen dringend zu empfehlen ist – sofern er es nicht sowieso kennt.

James Fenimore Cooper, Die Roten

Mitte des 19. Jahrhunderts zog neues Ungemach über die USA. Sogenannte Antirentner, die es ganz und gar nicht einsahen, den Leuten, die auf dem Papier Besitzer halber Staaten waren, die Pacht zu erstatten. Es wird in diesem Band daher ein hochgradig heißes Eisen angepackt, denn letztlich ist es ja aus heutiger Sicht eine Art sozialistische Enteignungsbewegung. Und das in einer Zeit, in der ein gewisser Trierer in Europa das kommunistische Manifest entwickelte.

Dass die Antirentner als Rote bezeichnet wurden, entbehrt aus heutiger Sicht nicht einer gewissen Komik. Damals bezog sich das allerdings darauf, dass die Antirentner sich als Rothäute verkleideten, um die Pachtherren zu triezen.

Cooper, der stets etwas Edles in den amerikanischen Ureinwohnern sah, rettet deren Ehre, indem er sie auf Seiten des Urenkels des Satanstoe-Heldens für die gute Sache, also den Besitz, kämpfen lässt.

Mir erschien dieser Band bei der Lektüre als der stärkste aus der Trilogie. Das mag daran liegen, dass er mir historisch-inhaltlich am nächsten liegt. Es mag auch daran liegen, dass ich nach zwei Bänden gut genug auf Cooper geeicht war, um den Inhalt zu genießen. Auf jeden Fall bekräftigte die Lektüre in meinen Augen einen Wunsch, der immer wieder durch die Gemeinde der Arno-Schmidt-Leser geistert: dass auch die Übersetzungen Teil der Werkausgabe werden sollten.

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