Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Klaus Kinski

Mein liebster Feind

Es gibt nur wenige Dokumentarfilme, die ich im Kino zu schätzen gelernt habe, aber dieser hier gehört dazu, weil er ein Monument der Zusammenarbeit zwischen Herzog und Kinski ist und wunderbar erklärt, wie diese beiden Genies zusammen Meisterwerke erschaffen konnten.

Fazit: ein grandioses Stück

Cobra Verde

Der letzte Herzog-Kinski-Film, in dem Kinski nicht so recht bei der Sache ist – wie Herzog erklärt, weil Kinski geistig bereits in seinem eigenen Paganini-Projekt steckte.

Fazit: trotz starker Bilder der schwächste Herzog-Kinski-Film

Fitzcarraldo

Wahrscheinlich in Ausführung und Darstellung der wahnsinnigste Film des Herzog-Kinski-Gespanns über die Errichtung einer Oper im Dschungel Südamerikas – ICH WILL EINE OPER HABEN!

Fazit: Wer diesen Film nicht kennt, kennt Kinski nicht.

Woyzeck

Ich liebe dieses bekannte Büchner-Stück ja über alles und war daher begeistert, als ich erstmals erfuhr, dass sich das Herzog-Kinski-Gespann gemeinsam mit Eva Mattes dieses Urthemas angenommen hatte, wobei Herzog nicht ganz mit dem Spiel Kinskis einverstanden war, der ihm – frisch von den Dreharbeiten an Nosferatus kommend – noch in der gebrochenen Rolle des Untoten gefangen war.

Fazit: Ich kenne bessere Theateraufführungen; für eine Filmfassung halte ich sie aber durchaus für gelungen

Nosferatu – Phantom der Nacht

Ich persönlich lehne abgesehen von Murnaus und Coppolas Fassungen sämtliche Draculaverfilmungen als theatralisch-ödes Getue ab – auch wenn ich Lugosi und Lee in ihren Rollen sehr schätze, sind ihre Filme dieses Genres eher lächerlich als gut –, daher kann auch Kinski mich in dieser Rolle mit seinen albernen Hasenvampirzähnchen nicht überzeugen, obwohl ich zugebe, dass seine Sterbeszene eine eigene Interpretation des Max-Schreck-Vorbilds darstellt.

Fazit: nichts für den Vampirfan und auch Kinski-Fans kennen Besseres

Aguirre – der Zorn Gottes

Der erste Kinski-Herzog-Streifen und gleich der Film, der die Eckpfosten für ihre folgende Zusammenarbeit fest in den Boden rammt, weil in diesem Stück über einen irren Conquistador schon klar wird, wie die beiden Künstler in ihrem grenzenlosen Wahn aus dem Gegeneinander ein formidables Miteinander zu formen verstanden.

Fazit: vermutlich eher was für den Kinski-Fan, trotzdem in seiner Eindringlichkeit sehenswert

Paul Zech (Nachdichtung), Die lasterhaften Balladen und Lieder des Francois Villon

Was hab ich sie gern gelesen, einzelne sogar auswendig gelernt (den Erdbeermund natürlich, den kleinen Herrn Ranunkel, Wer’s lang hat und die Lästerzungen …). Anfangs amüsierte ich mich noch darüber, sie in einem Klaus-Kinski-Imitat zu sprechen, erst später „erfand“ ich meine eigene Form der Aussprache und Betonung. Ja, Villon ist mitteleuropäisches Kulturgut. Geboren im spätmittelalterlichen Frankreich, wiedergeboren in der deutschsprachigen Moderne dank der genialen nachgedichteten Übertragung von Zech. Ein Buch, das wohl zu den letzten 20 Büchern gehören würde, wenn ich mich von den meisten meiner Bücher trennen müsste. Einfach weil so dicht gedrängt so viel darin steckt. Lesen und behalten, sag ich!

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