Die sogenannte Littlepage-Trilogie, von Arno Schmidt übersetzt, erscheint mir ein besonderes Kleinod. Anders als der „Letzte Mohikaner“ oder die Beweinte von Wish-ton-Wish hat Cooper in dieser Trilogie auf Entwicklung und Vergleich gesetzt. In allen drei Bänden (Satanstoe, Tausendschön und Die Roten) geht es um Landnahme und Landhaltung im Kampf gegen alle möglichen Feinde. Cooper stellt sehr realistisch dar, was sich in den Jahrzehnten vor und nach der Gründung der USA abspielte. Er zeigt, wie die Menschen zu Land gekommen sind und entlarvt unabsichtlich* immer wieder, wie die Landnehmer an ihren Reichtümern klebten, selbst wenn diese unerschlossen und ungenutzt waren. Sie sind praktisch ein Beleg für eine nicht zu unterschätzende Geisteshaltung des US-Amerikaners, und zwar bereits in der Frühzeit des Staates.

Dabei schätze ich an den Büchern vor allem, was wohl auch Schmidt so sehr schätzte, eben die auffallend realistische Darstellung über die Generationen hinweg. Ich glaube, ich habe selten Bücher gelesen, die dermaßen geeignet dazu sind, diese Zeit auf dem amerikanischen Kontinent darzustellen.

Im ersten Band geht es um den noch jungen Corny Littlepage, der mit dem Indianer Susquesus und dem Chainbearer (entspräche heute einem Vermessungstechniker) loszieht, um Land in Besitz zu nehmen, über das seine Familie ein Patent besitzt. Es stellen sich allerlei Widrigkeiten, die aber natürlich überwunden werden – wie sich das für einen Text dieser Zeit gehört.

* Aus aktuellem Anlass eine kleine Erläuterung zu dem Wörtchen „unabsichtlich“: Ich halte an diesem Wörtchen weiterhin fest, denn es geht mir im Speziellen darum, dass Cooper hier seine eigene politische Haltung oft unangenehm in den Vordergrund schiebt und sich in meinen Augen damit weniger sympathisch darstellt, als er selbst geglaubt haben dürfte. Für jemanden wie ihn war es selbstverständlich, wenn eine Familie in den jungen USA Ländereien besaßen, die größer waren als manch Staat in Europa. Ich habe da eine andere Auffassung von Landnahme und erst recht von Landbesitz, insbesondere wenn man bedenkt, was die Ureinwohner bekanntlich von diesem sehr europäischen Konzept des „Landbesitzes“ gehalten haben.
Trotzdem vielen Dank für den freundlichen Verweis, er bestärkt mich darin, dass das Konzept dieses Blogs verstanden wird. 🙂