Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: William Somerset Maugham

Inge Hammelmann (Hrsg.), Der Geld-und-Gold-Rabe

Der Wert oder Unwert von Geld und Gold ist ein Thema, das sich des Streits seit Jahrtausenden mehr als würdig erweist. Was Wunder, dass der Rabe sich ebenfalls des Themas annahm. Im Raben Nr. 48 war es so weit. Es unterhalten u.a. William Somerset Maugham, Erik Satie und Dmitrij Schostakowitsch, Wilhelm Busch, Bernd Pfarr erklärt, warum Atlantis untergehen musste („Die umständlichen sechzehnstelligen Geheimzahlen der Geldautomaten in Atlantis nervten Gott schließlich so ungemein, daß er Atlantis untergehen ließ.“), Simone Borowiak und F.K. Waechter erzählen und Robert Gernhardt erklärt. Besonders angetan hat mir nebenbei das bebilderte Devisen-Gedicht von Hans Traxler (noch Jahre vor dem Euro, deshalb gibts entsprechend viele Strophen).

Alles in allem ein besonders amüsanter Rabe!

William Somerset Maugham, Of Human Bondage

Es ist schon etwas her, dass mir hier im Blog dieses Buch empfohlen worden ist. Leider führten private Gründe dazu, dass ich für die Lektüre unverhältnismäßig lange brauchte. Teilweise fand ich kaum Zeit, in der Woche auch nur 20 Seiten zu lesen. Das war umso bedauerlicher, als es ein sehr gutes Buch ist. Ich möchte sogar behaupten, dass es zusammen mit 1Q84 das Beste ist, was ich in den letzten 12 Monaten gelesen habe. Ein Vergleich untereinander verbietet sich natürlich, weil Murakami heute auf ganz andere literarische Stilmittel zurückgreifen kann als Maugham vor 80 Jahren.

Genau genommen hat Maugham sogar in die Mottenkiste gegriffen, weil er einen schon für seine Zeit altertümlichen Entwicklungsroman hingelegt hat, nur dass der eben während des Aufbruchs der Moderne am Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Fin de Siècle spielt. In dem Roman hat Maugham zahlreiche autobiographische Züge implantiert, transponiert also Versatzstücke eigener Erfahrung (nicht abwertend gemeint!) in einen Dickens-Roman unserer europäischen Frühmoderne. Und das gelingt Maugham phänomenal!

Übrigens habe ich – teils aus Bequemlichkeit, teils aus Interesse – den Text im Original auf dem Tablet gelesen. Dazu möchte ich anmerken: Das Original hat sich dank genialem Stil gelohnt. Die Lektüre dicker Bücher auf dem Tablet hat sich dagegen für mich vorläufig erledigt. Ich will ein Buch in der Hand halten, erst recht wenn es mich so lange begleitet. Daher denke ich derzeit darüber nach, mir Of Human Bondage nach dem digitalen Kauf sogar noch einmal in Papierform zuzulegen.

Ein gutes Buch!

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