Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Briefe

James Joyce, Briefe

Diesen Band hatte ich schon ziemlich lange im Regal stehen, u.a. deswegen, weil ich davon überzeugt war, ihn kurz nach dem Kauf gelesen zu haben. Ein Irrglaube, wie ich beim durcharbeiten meiner Regalreihen feststellen musste. Da ich zurzeit an einem Punkt angekommen bin, an dem ich mir wenig Neues zulege, finde ich nun endlich auch die Zeit, Liegengebliebenes zu lesen.

Joyce’ Briefe waren dazu ein wunderbarer Start. Ich glaube, viel interessanter als seine Schreibe finde ich sein Leben, den Menschen, der hinter seinen Zeilen steckt. Man kann sicher nicht behaupten, dass er ein einfacher Mensch gewesen ist, im gegenteil wird er für seine Umgebung oft genug sehr anstrengend gewesen sein, nach allem, was wir wissen. Aber dennoch gehört er zu den historischen Figuren, die ich gern kennengelernt hätte. Ein Abend mit ihm wäre ganz bestimmt ein unvergessliches Erlebnis gewesen.

Diesen spannenden, oft bittenden und bettelnden, witzigen und fordernden, immer aber menschlichen Joyce findet man an so vielen Stellen in dieser Briefauswahl wieder. Und auch, wenn sie gewiss nur einen müden Abklatsch des wahren Menschen liefern können, bleiben sie für uns Nachkommende so wichtig.

Vincent van Gogh, Feuer der Seele

Unterschrieben ist das Buch mit „Gedanken zum Leben, zur Liebe und zur Kunst, ausgewählt aus seinen Briefen“ und das trifft es sehr genau. Die Textstellen sind ausgewählt aus den Briefen, die Vincent seinem Bruder geschrieben hat, und sie erlauben oft tiefe Einblicke in den Menschen Vincent van Gogh, der die Kunst und die Auffassung der Kunst massiv geändert hat. Man erfährt auch, wie sehr er daran litt, nicht zu erreichen, was er erreichen wollte. Das Glück, von dem er leider nichts mehr hat, ist, dass er es wenigstens postum erreichen durfte.

Als Lektüre jedem Kunstinteressierten sehr zu empfehlen!

Lautréamont, Das Gesamtwerk: Die Gesänge des Maldoror. Dichtungen. Briefe

Mein Schatz! Eins der schönsten Bücher, die ich besitze. Eine wundervolle Ausgabe (Rowohlt!) der Texte des Isidore Lucien Ducasse, der sich unter dem Pseudonym Lautréamont in die Geschichte der Literatur eingeschrieben hat. Kraftvolle, wunderbar poetische Texte in der Übersetzung von Ré Soupault, der Frau des Surrealisten Philippe Soupault.

Gegen Lautréamont ist Baudelaire ein feuchter Froschfurz. Wer starken Tobak sucht, wird daher mit Maldoror mehr als zufrieden sein.

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