Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Friedrich Nietzsche

Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Ich möchte behaupten, dass es nur wenige Bücher gibt, die mich so geprägt haben, wie dieses Werk des Individualismus. Dabei feiert Stirner als Ursprung der Denkweise Nietzsches nur scheinbar den Egoismus. In Wirklichkeit geht es mehr um den Realismus, um das, was dem Einzelnen möglich ist und was nicht.

Das Buch war übrigens eine Leseempfehlung eines norddeutschen Expunks, der sich nach einer extrem unglücklichen Jugend und Jahren der Sozialhilfe irgendwann zu berappeln wusste, mit Ende 30 eine Lehre in der Gastronomie begann und schon bald eine eigene sehr gut laufende Studentenkneipe (mit sehr guter Musik) aufbauen konnte. An Mario – oder Mary-Joe, wie er aus seinen Straßentagen auch genannt wurde – denke ich immer wieder gern zurück, nicht nur wegen Stirner.

Obwohl die Lektüre Jahre her ist, vergeht praktisch kein Jahr, in dem ich nicht aus dem Einzigen zitiere. Gerade wenn man regelmäßig als Ratgeber gefragt ist – und ich finde es erschreckend und amüsant zugleich, wie viele Menschen mich als weisen Mann zu betrachten scheinen – ist dieses Vademecum daher dringend zu empfehlen. Vielleicht sollte ich mir aber einmal eine schönere Ausgabe als die gelbe Reclam-Version zulegen. Das Buch hätte es verdient.

Friedrich Nietzsche, Gedichte

Gut, Nietzsche mag man oder mag man nicht. Dazwischen gibt es nix. Seine Gedichte finde ich qualitativ stark schwankend, obwohl ich als ehemaliger Archäologe dennoch ein Lieblingsgedicht von ihm aufzusagen weiß:

Wo Du stehst, grab tief hinein!
Drunten ist die Quelle!
Lass die dunklen Männer schrein:
„Stets ist drunten Hölle!“

Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Dieses kleine Bändchen enthält neben dem Text „Jenseits von Gut und Böse“ auch die Schriften: Der Fall Wagner, Götzen-Dämmerung, Ecce homo und Dionysus-Dithryamben. Auch hier möchte ich allgemein bleiben und Nietzsche einfach zum Wiederentdecken empfehlen. Sinnvoll ist seine Lektüre jedenfalls für jeden denkenden Menschen.

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Der zweite Band meiner Nietzsche-Ausgabe enthält neben dem titelgebenden Klassiker schlechthin auf den Text „Die fröhliche Wissenschaft“. ich will gar nicht mehr viel Worte verlieren, das Wichtigste hatte ich im letzten Eintrag bereits angemerkt. Ich möchte angesichts der Gelegenheit Zarathustra allerdings betonen: Beschränkt euren Blick auf Nietzsche nicht auf die Peitsche beim Weibe. Ihr würdet euch selbst schaden, weil ihr klugen und kraftvolle Gedanken unnötig überblenden würdet.

Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Nietzsche ist übel mitgespielt worden. Vom Leben. Von seiner reaktionären Schwester. Vor allem aber von der Rezeption in den Jahrzehnten nach seinem Tod. Spätestens seit den Nazis war der Schöpfer des Übermenschen erst mal diskreditiert. Betrachtet man seine Texte nüchtern, kann man sich darüber nur wundern. Klar, Bösartigkeit kann überall für Schaden sorgen. Bei Nietzsche ist es aber vor allem schade, was da verbockt wurde. Meine Ausgabe „Menschliches, Allzumenschliches“ enthält vielerlei Spannendes: Die Geburt der Tragödie, das zweite Stück der unzeitgemäßen Betrachtungen (Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben) sowie den ersten Band von Menschliches, Allzumenschliches, der wunderbare Aphorismen sowie nachdenkenswerte Versuche enthält. Nietzsche bleibt auf jeden Fall lesenswert!

Friedrich Nietzsche, Chronik in Bildern und Texten

Ein sehr hübscher Band über das Leben des großen Philosophen, in dem ich hin und wieder blättere und stöbere und staune. Angenehmes Beiwerk, wenn man sich mit Nietzsche beschäftigt.

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