Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: George Orwell

George Orwell, Animal Farm

Ein bisschen schäme ich mich für das Buch. Gar nicht mal wegen Autor oder Buch, sondern vielmehr, dass man es fast Diebstahl nennen müsste, wie ich es einst auf einem kleinen Rendsburger Flohmarkt für 50 Cent bekommen habe, weil ich die Verkäuferin knallhart nach runtergehandelt habe. Ähem.

Okay, kurz und schmerzlos: Bezeichnende Fabel darüber, was in Staatswesen so vor sich geht, und eine hübsche Erklärung zum Thema Korruptheit. Animal Farm sollte meines Erachtens Pflichtlektüre in der Schule sein, was sie bei mir leider nicht war. Wer’s noch nicht gelesen haben sollte, wird die Lektüre hiermit verordnet.

Aldous Huxley, Schöne neue Welt

Ach wie schön könnte doch die Welt sein, wenn die Regierenden nicht immer von den Untertanen belästigt würden. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Demokratien auch nur geringfügig von Monarchien, Diktaturen und anderen absonderlichen Staatsformen. Nicht umsonst hat Churchill einst von der Demokratie als die schlechteste Staatsform gesprochen („wir haben aber keine bessere“).

Und wie einfach könnte man die Untertanen dazu bringen, die Regierenden nicht zu belästigen, indem man sie mit Drogen ruhigstellt? Ein probates Mittel, das nicht nur in Sekten bestens funktioniert, sondern letztlich dank der Droge Konsum auch bei uns noch. Dumm wird es leider, wenn die Abhängigen sich die Droge nicht mehr leisten können. Da könnten sie auf dumme Gedanken kommen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Ja, Huxley reitet mit der schönen neuen Welt auf einer ähnlichen Welle wie Orwell, würzt aber noch mit ein paar anderen Ideen wie einem Kastensystem und einer biologischen Vorauswahl. Was davon heute „erreicht“ wurde oder nicht – das sollte der Leser am besten selbst entscheiden, denn es ist eine hochpolitische Frage. Und in der Politik gibt es eben noch weniger als beim Geschmack eine endgültige Wahrheit.

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