Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Jack London

Jack London, König Alkohol

Vor Jahren schon hatte mir ein guter Freund diesen Text empfohlen (ich möchte betonen, dass es kein Wink mit dem Zaunpfahl war, sondern allein um den Inhalt ging!). Als ich nun neulich in meiner Stammpapierwarenhandlung war, um Briefumschläge zu kaufen, sah ich an der Kasse das Buch und packte es ohne zu zögern zu den Umschlägen (Kommentar des Verkäufers: „König Alkohol – der muss sein!“).

Ich war so unfassbar gespannt, dass ich das Buch bei der erstbesten Gelegenheit in die Finger nahm und nicht mehr aufhören konnte mit der Lektüre. London schildert hier nicht einfach die Geschichte seiner Sucht. Er präsentiert über die verknappte Darstellung seines Lebens ein pessimistisch geprägtes Weltbild in einer amüsant-spritzigen Weise, dass es auch dem größten Optimisten gefallen dürfte – und der Pessimist feiert wie Onkel Dagobert, wenn der vor lauter Freude sich die Entenfüße hält und sitzend im Kreise hopst.

König Alkohol ist wahrlich beste Lektüre mit zahlreichen klugen Gedanken und Überlegungen!

Jack London, Südseegeschichten

Ich habe praktisch eine kleine Sammlung an Südseegeschichten. Darunter Texte von Melville (Mardi), von Stevenson (wird noch vorgestellt) und eben auch von London.

Die Geschichten von London finde ich dabei ehrlich gesagt am schwächsten. Obwohl es objektiv gesehen durchaus gut umgesetzte Short Stories sind, liegt Londons Macht doch eindeutig in den Geschichten, die im Norden Amerikas oder aber auf der Ghost spielen.

Jack London, Der Seewolf (The Sea Wolf)

Eins der wenigen Bücher, die ich nicht nur zweimal, sondern auch gleich in zwei Sprachen gelesen habe. Ja, ich liebe die Geschichte des Seewolfs geradezu. Ich verbinde damit ein paar Fetzen Kindheitserinnerungen (wenn auch zugegebenerweise weniger das Buch als solches als vielmehr die 70er-Jahre-ZDF-Verfilmung mit Harmstorf als kartoffelzerdrückenden Tyrannen. Ich kann nicht einmal mehr sicher sagen, ob ich alle Teile gesehen habe. Aber ich kann mich noch an die Szene erinnern, in der der Koch kielgeholt wird und ein Bein an einen Hai verliert. Dieses Bild hat mich als Kind sehr fasziniert, ich weiß noch, dass ich das Kielholen sogar in der Badewanne nachgespielt habe – egal!

Kommen wir zum Buch, und hier möchte ich gar nicht viel Worte verlieren: London, der grandiose Erzähler von Geschichten, die nach Holz, Wetter, Arbeit und Überleben riechen, ja um nicht zu sagen: stinken, hat auch in diesem Fall Großartiges geleistet. Ein Buch, das jedem zu empfehlen ist, der auch nur einen Hauch von Abenteuerliteratur schätzt.

Jack London, Meistererzählungen

Es gibt ein paar Autoren, bei denen kann man getrost zugreifen, weil man weiß, dass es einfach kein Reinfall wird. Jack London gehörte dazu. So banal manche Erzählungen scheinen, sind sie doch durchweg spannend aufbereitet. Einen besonderen Bonus erhalten sie natürlich dadurch, dass man weiß, was London selbst für einen Background hat. Es macht die Geschichten authentisch. Es ist quasi eine Frühform besseren Gonzo-Journalismus’.

Die Sammlung „Meistererzählungen“ enthält folgende Geschichten:

  • Die Perle
  • Chun Ah Chun
  • Koolau, der Aussätzige
  • Westwärts
  • Der Mexikaner
  • Von Alters her zog die Argo …
  • Das Gesetz des Lebens
  • Die Goldschlucht
  • Das Feuer im Schnee
  • Jan, der Unverbesserliche
  • Der Sohn des Wolfs
  • Das weiße Schweigen
  • Eine Tochter des Nordlichts
  • Am Ende des Regenbogens
  • Der Abtrünnige
  • Die Liebe zum Leben

Schon die Überschriften verraten, worum es geht. Um Südsee, Alaska, Gold, Schnee und Eis. Meist eigentlich um den Kampf ums Überleben. Der fällt bei dem einen eisig aus, der andere hat ein blaues Gesicht, weil er verprügelt wird. Man erfährt, bei welchen Temperaturen Speichel auf dem Schnee knistert (bei –45° Celsius; knistert der Speichel vor dem Auftreffen, ist es kälter), warum man nicht in Eiseskälte allein durch Schneewüsten ziehen sollte und dass man sich noch vor den kleinsten Bächen in Acht nehmen muss, und man erfährt, dass auch der schnellste Schlittenhund nicht den Gewinn eines Rennens versprechen muss.

Es sind Geschichten, die zwar aus dem Leben gegriffen, aber trotzdem extrem interessant sind. Ein Sittengemälde des kleinen Mannes während der Eroberung des amerikanischen Westens vom Polarkreis bis hin nach Mexiko – plus Südsee. London muss man einfach lesen.

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