Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Leonardo DiCaprio

The Revenant

Trotz beeindruckender Kamerafahrten versinkt Iñarritu bei der Verbildlichung der Geschichte des Hiob der amerikanischen Neuzeit ein bisschen zu sehr in mystischen Szenen, um den Film wirklich gut werden zu lassen.

Fazit: Erwartungen bitte zu Hause lassen

Django Unchained

Nein, einen Spaghetti-Western hat Tarantino nicht abgeliefert, aber ein epischer Western über die Sklaverei ist es doch geworden, in dem DiCaprio und Jackson den großartigen Waltz und vor allem Foxx dennoch an die Wand spielen, als wären sie blutige GZSZ-Darsteller.

Fazit: Gucken!

PS: Wichtig: Unbedingt auf Englisch gucken. Ich habe den Film sowohl OmU als auch auf Deutsch gesehen. Auf Deutsch ist der Film eine fulminante Katastrophe, die es locker mit einer Überdosis Valium aufnehmen kann. Obwohl kaum etwas im Wortsinne falsch übersetzt ist, fehlt der deutschen Version dermaßen viel Effet, werden die Figuren derartig blass, dass der Film echt nicht mehr zu ertragen ist.

J. Edgar

Clint Eastwood, einst hochgeschätzter Held meiner Kindheit und Jugend, ist es gelungen, ein neues rezeptfreies Einschlafmittel zu kreieren, das sich am Leben des FBI-Spezis Hoover orientiert und das durch eine inzwischen unerträglich dämliche Betonung von DiCaprios Synchronstimme Gerrit Schmidt-Foß in der deutschsprachigen Version akute Schmerzen im Mandelkern verursacht, die den Wunsch nach einem baldigen Hirnschlag aufkommen lassen.

Fazit: bestenfalls nach dem Genuss von ca. 150 Espressi zu empfehlen

Wolf of Wallstreet

Ach, Martin Scorsese, warum hast du bloß einen deiner besten Filme genommen (Good Fellas) und ihn mit Wall Street von Oliver Stone gekreuzt, um einen anstrengenden Bastard daraus zu kreuzen?

Fazit: Das Angucken macht lange nicht so viel Spaß wie DiCaprio ihn beim Dreh gehabt haben dürfte.

Inception

Inception ist ein viel zu langer und mit unnötigen, weil größtenteils öde inszenierten Actionszenen gespickter Film, dessen eigentliche Stärke in den letzten Minuten liegt, denn der Anfang ist dann längst vergessen wie ein blasser Traum.

Fazit: keine Kost für jeden

Shutter Island

Ein beachtenswerter Genuss, mit dem Scorsese nicht nur in musikalischer Hinsicht auf Kubricks Spuren wandelt.

Fazit: Kein typischer Scorsese und auch kein Film für Leute, die ihr Resthirn an der Kinokasse abgeben – trotzdem ist er gut.

Revolutionary Road (Zeiten des Aufruhrs)

Ein fantastischer und äußerst spannender Film, der einer unausgeglichenen Balkenwaage ähnelt, in deren Waagschalen man nach und nach die Gewichte erhöht, um sie auszutarieren, bis schließlich der Balken bricht, und der lediglich einen Fehler in der Konstruktion der Geschichte hat: Die Kinder, die für die verfahrene Situation von April und Frank zwar nicht verantwortlich, aber notwendig sind, kommen in dem Film nach einem Buch von Richard Yates kaum vor.

Fazit: für jeden Cineasten ein Muss. Hier ist der Trailer, der im Vergleich zum Film sehr farblos ist

Doublefeature (oder: zwei Filme, zwei Sätze)

Dass mit „Es war einmal in Amerika“ und „Gangs of New York“ ausgerechnet zwei Regisseure italienischer Herkunft sich mit zwei der dunkelsten Episoden der US-amerikanischen Geschichte auseinandersetzen, ist in meinen Augen kein Zufall. Dass in beiden Fällen gute, weil wichtige und spannende Filme dabei rausgekommen sind, vermutlich auch nicht.

Fazit: kennt oder hat man schon, ansonsten rauf damit auf die Wunschliste für Weihnachten.

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