Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Nicole Kidman

Barfuß auf Nacktschnecken

Die Diskrepanz zwischen Trailer und Film ist bei diesem Werk mal wieder beeindruckend, denn nach dem Trailer wollte ich den Film nicht sehen, hab mich dann aber überreden lassen und war positiv überrascht, auch wenn ich Diane Kruger angesichts ihres Nichtspiels mittlerweile für eine deutsche Antwort auf Nicole Kidman halte, denn der eigentliche Star des Films ist – das Drehbuch.

Fazit: im Ganzen eine ungewöhnliche Geschichte, ein leichter Sommerfilm

Arthur Schnitzler, Traumnovelle

Ohne die Verfilmung durch Stan Kubrick hätte ich die Erzählung höchstwahrscheinlich nicht in die Hand genommen. Und selbst bei der Verfilmung war ich anfangs kritisch, weil ich Tom „Sektenterror“ Cruise und Nicole „One Face“ Kidman im Allgemeinen schauspielerisch für unfähige Volltrottel halte. (Nebenbei – es ist ein ungewöhnlicher Zufall, dass hier nacheinander zwei Besprechungen von Büchern folgen, die mit One Face fehlbesetzt wurden.)

Gut, Kidman hat meine Meinung über sie in diesem Film nur bestärkt (geradezu peinlich die Szene, in der sie ihren künstlichen Lachanfall bekommt – Pardon, Messieurs et Mesdames, aber diese Kaiserin ist so nackig, wie nur geht).
Der Film hat dennoch eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt. Meines Erachtens liegt das an der beinah pervers schönen Bildgestaltung durch Kubrick und der musikalischen Betonung durch Ligeti.

Zurück zum Text. Hmja. Schlecht ist das Buch nicht. Aber es ist natürlich nicht das, was man nach Kubrick erwartet. Er verschiebt die Traumnovelle durch seine filmische Interpretation in eine Richtung, die der nur stellenweise im Text durchschimmert. (Ein Effekt, der ja auch auf Lolita und Shining zutrifft, aber das nur nebenbei.) Ich gebe jedoch zu, dass ich die Lektüre auch unabhängig vom cineastischen Interesse bemerkenswert fand.

Michael Cunningham, The Hours

Irgendwie seltsam, aber obwohl das Buch gut geschrieben ist, wurde ich beim Lesen nicht so recht warm damit. Ob es daran liegt, dass es eine eher stille Story ist? Oder ist der Grund, dass ich die ganze Zeit daran denken musste, dass das Buch ausgerechnet mit Untalent Nicole „One Face“ Kidman verfilmt werden musste?

Ich weiß die Gründe nicht, fand das Unvermögen, damit warm zu werden, aber schon bei der Lektüre bedauerlich. Denn das ist der Witz: Es ist sowohl im Stil als auch in der Geschichte und in der Konstruktion wirklich gut. Da kann es keinen Zweifel geben. Besonders angetan war ich in dieser Hinsicht von Cunninghams Fähigkeit, so wenig Striche wie nötig auf die Leinwand zu setzen. Da ist keine Szene, keine Beschreibung zu viel. Ein Können, das ich wirklich sehr schätze!

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