Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Arthur Schnitzler, Traumnovelle

Ohne die Verfilmung durch Stan Kubrick hätte ich die Erzählung höchstwahrscheinlich nicht in die Hand genommen. Und selbst bei der Verfilmung war ich anfangs kritisch, weil ich Tom „Sektenterror“ Cruise und Nicole „One Face“ Kidman im Allgemeinen schauspielerisch für unfähige Volltrottel halte. (Nebenbei – es ist ein ungewöhnlicher Zufall, dass hier nacheinander zwei Besprechungen von Büchern folgen, die mit One Face fehlbesetzt wurden.)

Gut, Kidman hat meine Meinung über sie in diesem Film nur bestärkt (geradezu peinlich die Szene, in der sie ihren künstlichen Lachanfall bekommt – Pardon, Messieurs et Mesdames, aber diese Kaiserin ist so nackig, wie nur geht).
Der Film hat dennoch eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt. Meines Erachtens liegt das an der beinah pervers schönen Bildgestaltung durch Kubrick und der musikalischen Betonung durch Ligeti.

Zurück zum Text. Hmja. Schlecht ist das Buch nicht. Aber es ist natürlich nicht das, was man nach Kubrick erwartet. Er verschiebt die Traumnovelle durch seine filmische Interpretation in eine Richtung, die der nur stellenweise im Text durchschimmert. (Ein Effekt, der ja auch auf Lolita und Shining zutrifft, aber das nur nebenbei.) Ich gebe jedoch zu, dass ich die Lektüre auch unabhängig vom cineastischen Interesse bemerkenswert fand.

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Michael Cunningham, The Hours

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Martin Suhr, Sartre zur Einführung

  1. Ich muß gestehen, den Film noch gar nicht gesehen zu haben.
    Ja, Kubrick konnte sich enorm von Vorlagen entfernen, aber immerhin war er Genie genug, so viel eigenes zu entwickeln daß man es ihm verzeih.

    (ich habe zuerst Schachnovelle gelesen, frag mich nicht warum…)

    • Schau ihn Dir ruhig mal an. Du kannst ja immer kleine Zettel mit lustigen Gesichtern vor den Bildschirm halten, wenn die beiden Trottel zu sehen sind.

      Die Schachnovelle würde ich auch gern mal wieder sehen, die Curd-Jürgens-Verfilmung kennst Du ja sicher. 🙂

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