Wem es noch nicht aufgefallen sein sollte: Ja, ich habe Skandinavistik studiert. Deshalb finden sich hin und wieder Texte aus dem hohen Norden, die die Permanent-Wallander-Geschädigten sicher weniger kennen. Mein Back-to-the-Roots gehört dazu. Warum soll ich modernen Mist lesen, wenn es Klassiker von Weltrang gibt, die mindestens 800 Jahre alt sind? Eben. Und die Sagas sind solche Klassiker. Sicher nicht alle, aber doch einige davon.
Der Diederichs-Verlag, bei dem ich immer ein bisschen den Verdacht habe, dass er auch aus politischen Gründen in diesen Gewässern fischt, hat sich die ehrenvolle Aufgabe gesetzt, hier zu wirken. Gab es zunächst noch Neuauflagen der alten Übersetzungen aus den 20ern (oft sehr behäbig, zu nah am Originalvokabular), begann in den 90ern eine Neuübersetzungen durch die Koryphäen der deutschsprachigen Skandinavistik. Trotzdem bekam man lange noch die alten Übersetzungen auch als Neuauflage.
Hier handelt es sich um einen Dreibänder:

  • Heldenepen: Die Völsungen, Hrolf Kraki
  • Erzählkunst: Gisli der Geächtete, Die Leute aus dem Lachswassertal, Der Hühnerthorir, Der durchtriebene Ofeig, Freyspriester Hrafnkel, Thorstein Stangenhieb, Thorhall Biermütze
  • Historische Fahrten und Abenteuer: Die Seekrieger auf Jomsburg, Erich der Rote, Die Grönländer, Einar Sokkissohn, König Sverrir Sigurdssohn

Man braucht nicht alle Sagas zu kennen, aber die wichtigsten aus dieser Reihe sind definitiv die Lachswassertalsaga (Laxdœlasaga), Biermütze ist recht lustig, Gisli äußerst spannend. Die Völsungen sind sehr zu empfehlen und Erich der Rote und die Grönländer sind für Leute toll, die Entdeckerliteratur wertschätzen.
Hier gibt es viel zu entdecken – auch für Nichtskandinavisten.