Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Kategorie: 2010 gelesen (Page 1 of 3)

Der kleine Atheismus-Katechismus (Neuauflage)

Diesen Katechismus habe ich sogar in zwei Ausgaben: einmal das Original von 1993 und dann die Neuauflage aus dem Jahr 2008 mit wenigen Ergänzungen.

Die Sammlung ist wirklich eine angenehme Auffrischung dessen, was man als Atheist kennen sollte. Da freut man sich schon bei der Lektüre auf den nächsten Besuch der Zeugen Jehovas. Die werde dann ich bekehren!

Edward Abbey, Die Monkey Wrench Gang

Eine skurrile Geschichte aus den 70ern: Eine Gruppe Ökosaboteure wirkt in der Gegend des Grand Canyons. Das Buch ist nicht nur thematisch wie ein Road Movie, sondern auch stilistisch dermaßen da angelehnt, dass es nach einer Verfilmung schreit. Am besten von Terry „Fear and Loathing“ Gilliam. Ein großer Spaß für kleine Saboteure. 🙂

Thomas Kapielski, Sämtliche Gottesbeweise

Ich hab mich krumm und schief gelacht bei der Lektüre. Die Leute in der Bahn müssen mich gehasst haben – so wie ich andere Leute auch nicht leiden kann, die in der Öffentlichkeit bei der Lektüre lachen. Aber es tut mir leid, das Lachen ist bei Kapielski wirklich unvermeidlich. Sowohl dank der Sprache als auch dank des Inhalts. Mehr. Bitte mehr davon, Kapielski!

Flann O’Brien, Das harte Leben

Ich weiß nicht, warum es so ist, aber es ist so: Wenn der Text länger werden sollte, patzte O’Brien regelmäßig. Ich glaube, lediglich sein At Swim-Two-Birds konnte mich da überzeugen. Schade. Seine Kolumnen sind da deutlich besser.

Wilkie Collins, Die Frau in Weiß

Ein Krimi, der sich in ruhigen, weiten Kreisen seinem Thema nähert, nur um schließlich einen gähnlangweiligen Deus ex macchina hervorzuzaubern. Schade, hier wurde eine Chance vertan, die die eigentlich gute Grundgeschichte bietet. Trotz allem gut.

Nebenbei: Natürlich hab ich’s in der Arno-Schmidt-Übersetzung gelesen.

Jonathan Franzen, Freiheit

Ein Buch, das mir ans Herz gelegt wurde. Und zugleich eine große positive Überraschung: Der Mann kann nicht nur schreiben, er hat auch was zu erzählen. Ich habe mich wirklich schon lange nicht mehr so an einem Text gekrallt, weil ich mich buchstäblich bei keiner Zeile gelangweilt habe! Das wird nicht mein letzter Franzen gewesen sein. Aktuell liegen hier schon seine Korrekturen, die ich die Tage beginnen werde.

Joseph Conrad, Der Geheimagent

Ich bin ja ein großer Conrad-Fan. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ich mich in eine wiederholt vorkommende Szene seiner Hauptfiguren aus persönlicher Erfahrung sehr gut einfinden kann (ich erspare jetzt den Lesern und mir, diese Szene anzusprechen und auszuklamüsern). Der Geheimagent (im Deutschen geht in der Übersetzung leider die Zweitbedeutung des Titels verloren) ist allerdings ein sehr untypischer Conrad – sowohl hinsichtlich der Geographie als auch bezüglich der Architektur des Textes. Und dennoch hat er mir viel Spaß gemacht. Das mag in Teilen daran liegen, dass ich viele Bilder aus der angenehmen 96er-Verfilmung mit Bob Hoskins in der Rolle des Geheimagenten vor dem geistigen Auge hatte.

Jean-Paul Sartre, Der Ekel

Einerseits lustig, nach Jahren der Abstinenz mal wieder kurz in Sartres Kosmos zu tauchen. Andererseits hab ich mich gewundert, wie dämlich Sätze und Absätze dieses Mannes sein konnten.

Thomas Pynchon, Mason & Dixon

Mein erster Pynchon. Anfangs war ich über die Übersetzung sehr verwundert. Sie war nicht undurchdacht, passte aber überhaupt nicht zur Handlungszeit. Irgendwann bin ich in die Sprache reingekommen und in einem Arno-Schmidt-Paralleluniversum aufgewacht. Schon der nette Wiedererkennungswert mit Topoi wie dem Venusdurchgang und den „Chainbearern“ war da wie ein Besuch in der alten Heimat. Und trotzdem – ich kann es nicht anders sagen, aber die die letzten 250 Seiten hab ich mich ganz furchtbar gelangweilt. Dementsprechend hab ich in dieser Zeit begonnen, andere Bücher parallel zu lesen. Bis ich Mason & Dixon durch hatte, hatte ich auch drei oder vier andere Bücher durch. Und die waren nicht nur 20 Seiten stark.

Robert Musil, Verwirrungen des Zöglings Törleß

Musil und ich, wir werden keine Freunde mehr. Und das liegt nicht daran, dass Musil tot ist. Ich kann seiner öden Schnarchschreibe einfach nichts abgewinnen.

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