Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Kategorie: 2011 gelesen

Gerd Haffmans (Hrsg.), Der dekadente Rabe

Der dekadente Rabe (Rabe Nr. 15) war das Geschenk eines lieben Freundes, das mir mancherlei erheiternde Stunde gebracht hat. Insbesondere ein Poe-Text, den ich entweder noch nicht kannte oder peinlicherweise vergessen haben müsste, hat es mir angetan. Aber auch Baudelaire, Kingsmill und Drews wissen ihren Teil zur Dekadenz beizutragen. Flaubert, für den ich mich einfach (noch) nicht begeistern kann, sieht dagegen in meinen Augen recht blass aus. Wie sonst auch.

Jean-Paul Sartre, Die schmutzigen Hände

… und weil ich den einen Sartre gerade in den Händen hatte, dacht ich mir: Komm, lieste den letzten, den du hier rumstehen hast, gleich mit. Der war, das muss ich einräumen, nicht nur geschichtlich, sondern auch inhaltlich etwas gehaltvoller. Dennoch bleibt er in einem merkwürdigen Sinne unbefriedigend. Ich glaube fast, dass es hauptsächlich am analytischen Aufbau des Stückes liegt, möchte aber nicht ausschließen, dass auch inhaltliche Schwächen zu diesem müden Textklang beitragen. Ob ich es noch mal lesen möchte? Nein, bestimmt nicht. Ich fürchte, es gibt keinen Sartre-Text, den ich zweimal lesen möchte.

Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus

Da wird man nebenbei in einem Kneipengespräch auf das Buch hingewiesen, verwechselt es erst mit einem anderen Titel, nur um hinterher zu Hause festzustellen, dass man es besitzt, aber noch nicht gelesen hat. Wurde natürlich gleich nachgeholt. Und auch wenn viele enthaltene Binsenweisheiten so schal wie im Ekel sind, ist hier die Geschichte doch merklich gehaltvoller zu lesen. Also wenigstens etwas. Trüb bleiben aber die Lebensaussichten.

Ludger Lütkehaus, Nichts

Es gibt sie noch, die Fälle, in denen die Werbung die Wahrheit spricht. Dieser Band ist ein Beispiel dafür. Es ist auf den allermeisten Seiten ein großes Vergnügen, zu erfahren, was die intelligentesten Köpfe der Welt sich so seit der Antike (natürlich kommt auch der Osten vor) über das Nichts haben einfallen lassen. Welche Sorgen es bringt und nimmt, welchen Sinn es hat – wenn überhaupt … Eben alles, was man sich so übers Nichts vorstellen kann. Und es sei gesagt: Das ist wirklich alles andere als nichts.

Heinrich Mann, Geist und Tat

Früher hatte ich stets große Stücke auf Heinrich gehalten – im Gegensatz zu Thomas. Aber nach dem Reinfall der kleinen Stadt hat mich dieses Sammelsurium Essays ein weiteres Mal enttäuscht. Sicher, ein paar gute Beobachtungen sind drin. Das Meiste ist aber merklich zusammengestoppelter und vor allem unausgegorener Kram. Und hier lasse ich jetzt nicht Montaigne als Urheber des Essays gelten. Denn auch ein Essay kann wohl überdacht sein. Bums.

Sir Rider Haggard, She

Ein Klassiker nicht nur des gehobenen Trashs, der die Kinoleinwand bis heute mit Eindrücken füllt, sondern auch der Psychoanalyse. Hier kann man die Frau, vor allem aber die Sicht auf die Frau durch den Mann (des 19. Jahrhunderts) par excellence studieren. Vielleicht keine Weltliteratur, aber doch etwas, was man kennen kann.

Simon Borowiak, Wer Wem Wen

Ein zugegeben überraschender Paar-Psycho-sonst-was-Text, der einfach Spaß macht beim Lesen. Wunderbare Beobachtungen, zahlreiche lustige Ideen, die das alltägliche Leben leichter machen werden. Die ideale Schnelllektüre.

Seite 2 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén