Tottes Lexikon

  • Der Ghostwriter

    Erst spät hatte ich mir Polanskis Ghostwriter gegeben, in dem Pierce Brosnan einen blairartigen Ex-Prime-Minister gibt, der in allerlei Kriegsdreck verwickelt ist, den Ewan McGregor als Ghostwriter von der „Auto“-Biografie des Ex-Premiers nach und nach enttarnt. Fazit: nette Bilder von Sylt, vor allem mal graues Wetter, aber die Geschichte ist etwas zu behäbig und zu…

  • David Zane Mairowitz, Robert Crumb, Kafka. Kurz und knapp

    Erst neulich wurde ich unsanft damit konfrontiert, dass die Menschen Kafka erstaunlich wenig kennen. Egal, ob 45, 30 oder 25 – ein Raum voller Kolleginnen kannte KEINE einzige Kafka-Geschichte. Gut, nun mag man meinen, dass Kafka insbesondere von Deutschlehrern (dazu empfehle ich Sebastian Krämers Deutschlehrerlied) leicht überschätzt wird. Aber das ändert nichts daran, dass er…

  • Matinée

    Ein kleiner, aber sehr feiner Film, der von der Liebe zeugt, die Cineasten auch heute noch den B-Movies der 50er- und 60er-Jahre entgegenbringen, denn hier spielt ein so amüsierter wie amüsanter John Goodman einen Regisseur, der seinen Ameisenmenschenfilm während der Kubakrise mit einzigartig neuen Effekten ins Kino bringen möchte. Fazit: für Fans von Jack Arnold…

  • Robert Crumb, Peter Poplaski, The R. Crumb Handbook

    Eine wunderbare Zusammenstellung von Strips, Zeichnungen und Fotos von und mit Crumb. Das Buch war eine nette Entdeckung in einer Entdeckung selbst: Ich habe es in einem versteckten Kreuzberger Comic-Shop gefunden, den ich zuvor nur deswegen gefunden habe, weil ich im nebenan liegenden Plattenladen gestöbert (und eingekauft) hatte. Dem Buch beigelegt war übrigens eine wunderbare…

  • Der Gott des Gemetzels

    Zum königlichen Jahresabschluss durfte ich noch einem rasend schnellen Film beiwohnen, den Polanski mit vier Weltklasseschauspielern – Jodie Foster, John C. Reilly, Christoph Waltz, Kate Winslet – auf die Leinwand geworfen hat und mit dem er endlich(!) wieder an seine frühere Größe anschließt. Fazit: Herrlich! Unbedingt angucken!

  • Doug Niven, Chris Riley (Hrsg.), Ein anderes Vietnam. Bilder des Krieges von der anderen Seite

    Ich hatte schon mal bei Marlantes’ Matterhorn erwähnt, dass ich mich ein wenig mit Vietnam und in Sonderheit mit den militärischen Aktionen während der 60er- und 70er-Jahre beschäftigt habe. Als ich daher zufällig über das Buch gestoßen bin, das Doug Niven und Chris Riley herausgegeben haben, griff ich gleich zu. Ich kann sagen, ich habe es noch keine Sekunde bereut.…

  • Ip Man (3 Filme, 3 Sätze)

    Zu den Wurzeln zu gehen betreibe ich schon lange in meinem Leben, denn sehr häufig möchte ich wissen, wo etwas herkommt. Die Ip-Man-Filme sind so eine Wurzel, denn Ip Man war der Meister, der Bruce Lee schulte und der der Held von inzwischen drei Filmen wurde, in denen es meist um den Kampf der Hauptfigur…

  • Arno Schmidt, Deutsches Elend

    Mein letzter kleiner Arno-Schmidt-Band umfasst „13 Erklärungen zur Lage der Nation“, also wiederum eine Reihe von Essays, in denen Schmidt sich diesmal über den Adenauerstaat auslässt, und was es daran auszusetzen gab (ich setze als bekannt voraus, dass es da einiges gab; der Interessierte google zum Anfang einfach mal nach „Die schwarzen Kassen der CDU“;…

  • The Ides of March

    Hmja, hierzu muss ich sagen, dass ich Clooney als Schauspieler durchaus zu schätzen weiß, halte ihn auch menschlich für einen netten Kerl, aber als Regisseur bleibt er einfach zu kopflastig, zu ernst, zu verbissen, um einen richtig guten Film hinzulegen. Fazit: Der Film ist okay, mehr aber wirklich nicht.

  • Janko Lavrin, Dostojevskij (Rowohlt-Biographie)

    Der Mann war fraglos kein einfacher Mensch. So gut er schreiben konnte, so gut er sich in Menschen hineinversetzen konnte – so ein getriebener Irrer und Nationalist war Dostojevskij. Das macht es meines Erachtens umso wichtiger, wenigstens ansatzweise zu erfahren, wie der Mensch war, der all diese faszinierenden Figuren und Geschichten geschaffen hat. Dieses kleine…

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