Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

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Joachim Ringelnatz, Komm, sage mir, was du für Sorgen hast

Ringelnatz ist im Effekt ein bisschen wie Loriot. Fast jeder kennt was von ihm, genauso viele können sich darüber amüsieren, und er tut im Allgemeinen nicht weh mit dem, was er produziert hat. Recht angenehme, aber dennoch intelligente Unterhaltung, die beim Füllen des Worttanks gute Dienste leistet.

Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues

Ein Klassiker, der meines bescheidenen Empfindens in jeden deutschen Haushalt gehört. Er ist irgendwie die Keimzelle, aus dem unsere heutige Demokratie in einem Erstversuch erwachsen ist, bevor die Knobelbecher der dreisten Dummheit das Pflänzchen der Freiheit in Grund und Boden stampften und alles, was deutsch ist, auf lange Zeit schamesrot färbten. Ich halte das Buch für Pflichtlektüre in der Schule, wohingegen ich damals mit dem Ödesten von Gottfried Keller gepiesackt wurde.

Philip Roth, Der menschliche Makel

Ein hochinteressantes Weihnachtsgeschenk war dieses Buch. Ich hatte bisher noch nichts von Roth gelesen und war daher sehr gespannt. Die Geschichte handelt von Coleman Silk, einem Mann, der sein Leben sehr früh auf einer gewaltigen Lüge aufgebaut hat (die ich hier natürlich nicht verraten werde), über die er letztlich irgendwie in mehreren Schritten stolpert.

Eine Sache hat mich irgendwie gestört: Die Geschichte ist größtenteils für mich uninteressant. Viel zu viel Probleme alter Männer werden hier gestreut und gewälzt, an die ich derzeit zum Glück keinen Gedanken aufwenden muss. So gesehen würde ich, nach dem Unterschied zwischen Roth und Franzen gefragt, behaupten, dass das Thema bei diesem Roth langweiliger ist, als bei jedem bisher gelesenen Franzen. Aber ich muss zugeben, dass Roth der stärkere Schreiber ist. Kann man bei Franzen nicht aufhören zu lesen, weil vor allem die Geschichte einen so packt, egal welches Thema er behandelt, ist Roth (und auch sein Übersetzer Dirk van Gunsteren natürlich) ein sprachlicher Hochleistungsverdichter. Und davor habe ich wirklich Hochachtung!

Kim Stanley Robinson, Die Romane des Philip K. Dick

Als großer Fan der irren Dick-Welt wollte ich mir zwischendurch mal etwas Sekundäriges gönnen. Es war recht genehm zu lesen, lief fast ab wie der Besuch bei lieben Verwandten. Man erkannte das eine Bild und hatte jene Geschichte schon mal gehört. Ein regelrechter Spaziergang durch liebgewonnene Texte. Trotzdem gab es auch manches Neues.Dick-Fans werden ihre Freude daran haben.

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