Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Hans Henny Jahnn

Elsbeth Wolffheim, Hans Henny Jahnn (Rowohlt-Biographie)

Jahnn betrachte ich als einen sehr ungewöhnlichen, um nicht zu sagen außergewöhnlichen Autor. Als vor Jahren bei Zweitausendeins eine günstige Ausgabe seiner Werke erschien, griff ich – zugegebenerweise aus Dämlichkeit – nicht zu, sondern erstand nur ein einzelnes Buch. So ungewöhnlich wie seine Schreibe ist, waren auch Jahnns Leben und Leidenschaften. Sein Faible für Orgeln kann ich nicht nachvollziehen, auch seine intensiven Gefühle (ich denke, man darf es so nennen) für Pferde sind nicht meine Welt. Und trotzdem reizt es mich, mehr von ihm zu lesen. Eine Notlösung war es daher, als ich die Gelegenheit bekam, wenigstens in dieser informativen Kurzbiographie ein wenig über den Norwegenfan Jahnn zu erfahren.

Hans Henny Jahnn, 13 nicht geheure Geschichten

Ich habe leider, leider erst sehr wenig von Jahnn gelesen. Das kleine Bisschen, zu dem auch diese Sammlung von Geschichten gehört, die teilweise aus anderen Werken entnommen sind, macht aber deutlich, dass er ein äußerst ungewöhnlicher Autor war.

Sein Umgang mit Sprache überrascht und macht neugierig auf mehr – mich jedenfalls. Was dagegen die Geheurigkeit und Nichtgeheurigkeit dieser Geschichten angeht … hmnunja, also ich muss gestehen, dass meine Suche nach wirklich nicht geheuren Geschichte auch durch Jahnn nicht befriedigt werden konnte. Aber an dieser Aufgabe sind eben auch schon ganz andere Größen gescheitert. So bleibt Jahnn dennoch in anderer Hinsicht eine Entdeckung für mich.

Sigurd Mathiesen, Das unruhige Haus. Zehn unheimliche Geschichten

Geistergeschichten haben mich schon fasziniert, als ich noch ein kleines Kind war. Nicht nur, dass ich selbst davon überzeugt war, dass in einer Ecke unserer Wohnung Gespenster wohnten (die ich nebenbei nie gesehen oder gehört habe, es war pure Überzeugung). Nein, ich hörte auch mit gruselnder Wonne den Gespenster-Tango von Herman van Veen (zweiter Teil des Lieds „Warum hast du Angst?“). Später kaufte ich mir die grässlich schundhaften Gespenstergeschichten-Comics, die dermaßen dämlich waren, dass es eher schon albern als spannend war. Den eigentlichen Dreh bekam ich dann mit der Sammlung von Apel und Laun, den Geschichten von Storm, Jahnn (zu allen später mehr) und eben auch mit diesen unheimlichen Geschichten eines norwegischen Autors, der in Deutschland praktisch unbekannt ist. Die Geschichten sind sehr eigen, ich hätte Schwierigkeiten, sie einer bestimmten Richtung einzuordnen. Es sind auch nicht unbedingt Geistergeschichten, sondern erinnern manchmal eher an Konstruktionen von Poe, die Mathiesen aber ganz anders angeht. Auf jeden Fall sind sie die Lektüre wert.

Wer einmal einen Eindruck bekommen möchte, kann hier meiner Lesung einer Beispielgeschichte lauschen: DocTotte liest das Spukschiff.

Arno Schmidt, Briefwechsel mit Kollegen

Ein Sammelsurium kürzerer Briefwechsel ist hier zusammengestellt. Die Qualität hängt natürlich stark davon ab, wie interessant man die einzelnen Briefschreiber findet. Neben Deschner und Döblin ist das für mich vor allem Hans Henny Jahnn.

Im Übrigen war der Kauf wohl eher dem Sammeltrieb geschuldet.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén