Es gibt eine Reihe von Leuchttürmen in der deutschen Literatur, die man einfach kennen muss, so wie ein Brite gefälligst auch mit Shakespeare vertraut sein sollte, wenn er nicht als kompletter geistiger Hampelmann gelten möchte. Zu den deutschen Leuchttürmen gehört – selbstverständlich nach Größen wie dem Nibelungenlied – definitiv der Simplicissimus. Ihn zu kennen heißt den 30-jährigen Krieg zu verstehen heißt Deutschland zu verstehen. Er gleicht einem Nullmeridian der deutschen Moderne. Und für die sprachlich unbedarften Zeitgenossen gibt es mittlerweile sogar eine Version in modernem Hochdeutsch.