Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Ulrich P. Bruckner, Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute (erweiterte Neuausgabe)

Na? Wer erinnert sich noch an mein lustiges Godzilla-Filmlexikon? Und vielleicht auch an das Outlaw-Lexikon? Tja, was könnte da die logische Fortsetzung sein? Richtig, der Bruckner.
Wer mehr als drei Spaghettiwestern sein eigen nennt und sich weitere gern anschaut, wenn sie im Empfangsgerät ausgestrahlt werden, wird über kurz oder lang nicht an diesem umfassenden Werk vorbeikommen. Es ist so ziemlich das schlauste Nachschlagewerk, das ich in dieser Hinsicht besitze. Und entsprechend gern wird es zur Hand genommen. Beschweren möchte ich mich allein über die lausige Bindung, weil sich schon nach wenigen Öffnungen erste Schwächen andeuteten. Der Tag, an dem mir Seiten entgegenkommen werden, dürfte nicht mehr fern sein. Aber was erträgt man nicht alles, wenn der Inhalt stimmt? Und der stimmt hier garantiert!

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Freitagstexter

  1. Mhm… also diese Italo-Western … ich weiß nicht. Wenn man mal Leone und seine großen Erfolge außen vor lässt, dann bin ich mit ihnen nie warm geworden.

    • Auch nicht die klassischen Django-Filme? Oder andere Corbucci-Filme? Oder ein Fressen für die Geier? Oder das Tochtergenre der Terence-Hill-Filme?

      • Nein, alles nichts. Mir fehlt das heroische Element des nach Gerechtigkeit strebenden Helden mit Klasse aus dem amerikanischen Western, der als einsamer Wolf über die weite Prärie reitet. Da gibt es einige, die ich mir immer wieder ansehen kann. Aus den Terence Hill Filmen bin ich rausgewachsen. Die sollten wohl eher lustig sein. So weit ich mich erinnere, waren die Bösen auch eher doof als böse.

        • Interessant, denn mich stört gerade dieses heroisch überzeichnete Bild, dem üblicherweise jede Tiefe fehlt. Wenn man sich die drei Hauptfiguren bei „Zwei glorreiche Halunken“ anschaut, finde ich es verblüffend, wie Leone jeder Figur Vor- und Nachteile andichtet. Man kann sich bei ihm nie sicher sein, wer eigentlich wirklich der Gute ist.
          Übrigens hat Eastwood das bei „Erbarmungslos“ herrlich adaptiert. Er ist zwar fraglos der Held des Films, aber eigentlich eine arme, alte Socke.

          • Ich glaube, das Gefallen hängt stark davon ab, was man als Zuschauer in einem Western sucht.

            Die Helden der Italowestern sind mir zu kaputt. Ich bin Märchenfan. Da passt es schon, wenn der Böse böse und der Gute nur gut ist. Mein Lieblingswestern ist „True Grit“. Das reicht mir an Darstellung eines gebrochenen Helden.

          • Ein wunderbares Beispiel, ja. Wobei mir das Original mit John Wayne sogar noch besser gefällt, weil hier die Fallhöhe durch den Darsteller Wayne ganz anders angesetzt ist als bei dem zweifellos auch gutem Bridges im Remake.

          • Ehrlich, den ohne John Wayne habe ich mir gar nicht angesehen. Sollte ich das nachholen?

          • Jetzt bin ich überrascht: Die John-Wayne-Fassung ist in Deutschland kaum unter dem Originalnamen bekannt, sondern hieß hier „Der Marshal“. Ja gut, dann schau Dir ruhig mal die Bridges-Fassung an, schlecht ist sie nicht, aber das Original macht mir mehr Spaß.

  2. Gut, das hängt natürlich sehr vom Verlag ab. Es gibt zum Glück auch heute noch Verlage, die der Überzeugung sind, dass der Inhalt auch durch eine gute Form ergänzt werden sollte. 😉

  3. Western waren irgendwie nie so mein Ding, obwohl es ein paar wirklich sehenswerte gibt. Aber ich freue mich mit dir, ich habe auch ein paar solche Nachschlagewerke, die aussehen, als hätte ich sie nah ihrer Ausmusterung in einer gut frequentierten Bücherei übernommen 🙂
    Leider muß ich dir auch zustimmen, daß die Bindung bei Büchern immer windiger wird. Bei vielen merkt man es schon beim ersten Aufschlagen…

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