„Die Erben einer vergessenen Generation“ – so ist das kleine Buch untertitelt und das drängt den Gedanken auf, dass es Erbe gibt, das man leider nicht ausschlagen kann.

Aber konkret: Im Buch geht es um die Frage, wie sehr sich die Jahrgänge der 60er und 70er Jahre damit herumschlagen müssen, was ihre Eltern und ihre Großeltern an ungelösten psychischen Problemen aus dem zweiten Weltkrieg mitgeschleppt und unbewusst weitergegeben haben. Warum es so oft eine große emotionale Barriere zwischen heute 40-/50-Jährigen und deren Voreltern gibt. Manches, da muss ich Kritik anbringen, dürfte auch modischen Entwicklungen geschuldet sein (unsereiner hat eben auch eine andere Vorstellung von Leben und Selbstverwirklichung als unsere Eltern), einiges, und da war ich selbst sehr erschreckt, kommt einem aber sehr bekannt vor, wenn man Bodes Fallstudien über kaputte Familien liest. Es fallen typische Familiensätze, die ich genau so wortwörtlich auch kenne. Einzelne Details waren für mich persönlich nicht ganz leichte Kost, die ich selbst noch geistig verdauen muss, bevor ich sie sinnvoll in meine Lebenswelt lassen kann.

Daher möchte ich – trotz eines seltsam holprigen Stils und einer etwas gewöhnungsbedürftigen Zeichensetzung – das Buch empfehlen.

PS: Das Buch hat mich indirekt darauf gestoßen, dass es kein Zufall ist, dass ich meine Mutter seit Jahren dränge, mehr aus der Vergangenheit zu erzählen, und dass ich auch häppchenweise Dinge erfahre, die viele Jahrzehnte ein absolutes Tabu in der Familie waren.