Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Haruki, Murakami, Kafka am Strand

Es gab keinen bestimmten Grund, warum dieses Buch die Lesereihenfolge des Buchpakets abschloss. Ich fürchte aber, es war gut so. Denn von allem, das ich von Murakami kenne, fand ich es bisher am schwächsten.

Sicher, es hat auch sehr viele schöne Beobachtungen, enthält zahlreiche kluge Gedanken, die es wert waren, gedacht, niedergeschrieben und gelesen zu werden. Aber eben diese guten Gedanken hätten problemlos auf die zu zahlreichen Szenen verzichten können, die sich aus den schwülstigen Pseudosehnsüchten eines pubertierenden Jungen speisen.

Ja, es war vielfach ermüdend, diesen klebrigen Schilderungen zu folgen. Sie pusten die Geschichte unnötig auf, die sich ansonsten aus allerlei Ausflügen in Historie, Märchen und – ja, man fast schon sagen – üblichen Murakami-Traumwelten zusammensetzt.

Mehrfach fragte ich mich während der Lektüre, ob Murakami das Buch mit derselben Technik geschrieben hat wie Dick seinem Orakel vom Berg. Letzteres ist bekanntlich entstanden, indem Dick die Entscheidungen der Figuren seinem I-Ging überließ. Das merkt man dem fahrigen und an den meisten Stellen offenen Buch auch an, weshalb ich Dicks Experiment zwar interessant finde, aber für gnadenlos gescheitert halte.

Darauf lässt sich übrigens auch Kafka am Strand herunterbrechen: sehr interessant, aber irgendwie gescheitert.

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Glück gehabt (mit mir in einer tragenden Nebenrolle)

  1. sonnenkind

    Gescheitert? Nun, vielleicht war es schlicht der Versuch eine neue(?), weitere Zielgruppe an Lesern zu erreichen. .. Ein Jugendbuch. Daran erinnerte es mich jedenfalls, an Jugendbücher von z. B. Ralf Isau, die Ende der 1990er Jahre erschienen sind.

    • Okay, als Jugendbuch läge es zwar auf einer anderen Ebene. Aber wenn ich es mit anderen erfolgreichen Jugendbüchern vergleiche, bleibt Kafka am Strand dennoch irgendwie zwischen den Gattungen hängen.

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