Tottes Lexikon

  • Walter Lennig, Poe (Rowohlt-Biographie)

    Ich gehöre noch zur Schule, die bei der Bewertung von Kunst viel Augenmerk auf den Künstler, dessen Leben und Werdegang legen. Das gilt natürlich besonders bei Künstlern wie Poe, deren Werk mir besonders wichtig ist. Während man laut einem meiner Literaturprofessoren angeblich das Leben Goethes weitgehend im Fünfminutentakt rekonstruieren kann, haben wir bei Poe leider…

  • Four Lions

    Der Film beantwortet die Frage „Wie vergeigt man eigentlich eine herrliche Filmidee?“, denn der misslungene Dschihad von Omar und Co. will und will einfach keinen Drill bekommen – vermutlich weil die Pausen nach den Pointen zu lang sind und stimmungsgebende Musik fehlt. Fazit: tolle Idee, lahm umgesetzt. Ein Film, der – und das werde ich…

  • Arthur Schopenhauer, Eristische Dialektik – oder die Kunst, Recht zu behalten

    Ein Buch, das schon im Titel Freude macht. Ja, die Beschäftigung mit der eristischen Dialektik ist nicht nur theoretisch ein amüsanter Spaß. Man kann sie darüber hinaus auch selbst aktiv anwenden oder bei – zumindest rhetorisch besser geschulten – Politikern beobachten. Putin zum Beispiel macht sich hin und wieder gegenüber Journalisten den Spaß, genau so…

  • Der Name der Leute

    Eine sehr kurzfristige Empfehlung war dieser französische Film über Einwanderer verschiedenster Jahrzehnte, in dem es vordergründig um Namen und Herkunft geht, hintergründig aber das Stilmittel Komödie als Vehikel benutzt wird, um den ewig belehrenden erhobenen Zeigefinger zu tarnen, den ich schon an mir selbst nicht leiden kann. Fazit: ein paar nette Gags in Amélie-Manier, ansonsten…

  • Arno Schmidt, Griechisches Feuer

    Erinnerungen sind schon eine ungewöhnliche Sache. Das eine ist abgespeichert wie in Stein gemeißelt und Bernstein gegossen. Das andere ist so flüchtig wie ein mikrosopischer Tropfen Spiritus auf einem Glastisch. Die „13 historische Skizzen“, wie das vorliegende Büchlein untertitelt ist, waren tatsächlich mein erster richtiger Schmidt. Ich hatte damals zwar schon einiges Schmidt-Namedropping und den…

  • Biutiful

    Alejandro González Iñárritu gelingt mit dem Film Biutiful einmal mehr der grandiose Akt, eine neue Geschichte zu erzählen und nicht auf den ewig abgenudelten Hollywoodmythen herumzureiten, wie es ungefähr 95 % der Filme machen, die ihren Weg in die Kinos finden, obwohl Biutifuls Witz darin liegen dürfte, dass Iñárritu nicht nur mit dem großartigen Javier Bardem…

  • Jörg Drews u.a. (Hrsg.), Dichter beschimpfen Dichter II

    Ein Erwerb aus der Zeit, als ich mir noch sowas wie Anthologien kaufte. Gut, eine Anthologie im klassischen Sinne ist es nicht. Aber in die Richtung geht es durchaus. Der Titel beschreibt es bereits recht genau: Es sind Zitate, in denen Autoren andere Autoren beschimpfen. Klingt erst mal witzig. Sogar so witzig, dass man sich…

  • Erwin (Hinweis in eigener Sache)

    Guten Morgen, ihr Wortfans, heute erreichte mich ein netter Hinweis, denn bei Amazon ist das neue Buch gelistet, bei dem ich als Hauptautor wirken durfte. Neugierige dürfen » hier bereits linsen. Das Buch selbst befindet sich noch im Druck; ich gebe gern Bescheid, sobald es erhältlich ist. Das wird übrigens nur direkt beim Verlag sein,…

  • Dallas Buyers Club

    Nach der Lektüre der ersten Rezensionen hatte ich zunächst ziemlich wenig Interesse an dem Film, blieb aber neugierig, bis ich mich doch noch vor die Leinwand setzte, um mich an diesem interessanten Stück Gesundheitssystemgeschichte zu erfreuen. Fazit: überraschende und überzeugende Darstellung

  • Momme Brodersen, Siegfried Kracauer (Rowohlt-Biographie)

    Ich bedaure, dass ich heute nicht mehr die Gelegenheit habe, in (modernen) Antiquariaten zu stöbern – teils weil mir die Zeit dazu fehlt, teils weil es in meiner Stadt ehrlich gesagt kein einiges wirklich gutes Antiquariat mehr gibt. Dabei habe ich es immer sehr geschätzt, zwischen den Buchstapeln, Kisten und Regelreihen herumzustöbern. Klar, das Meiste…

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