Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: an

Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Nietzsche ist übel mitgespielt worden. Vom Leben. Von seiner reaktionären Schwester. Vor allem aber von der Rezeption in den Jahrzehnten nach seinem Tod. Spätestens seit den Nazis war der Schöpfer des Übermenschen erst mal diskreditiert. Betrachtet man seine Texte nüchtern, kann man sich darüber nur wundern. Klar, Bösartigkeit kann überall für Schaden sorgen. Bei Nietzsche ist es aber vor allem schade, was da verbockt wurde. Meine Ausgabe „Menschliches, Allzumenschliches“ enthält vielerlei Spannendes: Die Geburt der Tragödie, das zweite Stück der unzeitgemäßen Betrachtungen (Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben) sowie den ersten Band von Menschliches, Allzumenschliches, der wunderbare Aphorismen sowie nachdenkenswerte Versuche enthält. Nietzsche bleibt auf jeden Fall lesenswert!

Vladimir Nabokov, Die Venezianerin

Nach Lolita habe ich immer wieder auf Flohmärkten und Antiquariaten Ausschau nach Nabokov gehalten. Irgendwann purzelte mir dieses schmale Bändchen in die Finger, in dem es um eine große Liebe, einen talentierten Maler und allerlei Nickeligkeiten geht. Gut, es ist kein Meisterwerk, ich weiß auch von Leuten, die es eher öde fanden und den zugrundeliegenden Clou sehr schnell erkannten. Aber ich muss gestehen, dass mir die Lektüre dennoch Freude bereitet hat.

Vladimir Nabokov, Lolita

Ich glaube, ich habe mich ca. 15 Jahre lang gesträubt, dieses Buch zu lesen, weil ich lange auf die falsche Verquickung zwischen dem Buch und der Pädophilie hereingefallen bin. Ein Schulfreund empfahl es trotzdem, amüsierte sich vor allem über die Art, wie die Amerikaner im Text der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Irgendwann sah ich dann die Kubrickverfilmung und war kurzerhand begeistert. Erschien es mir zuvor noch albern, dass ausgerechnet James Mason den Kerl gibt, der kleine Mädchen verführt, musste ich beim Betrachten des Films einsehen, dass Kubrick hier perfekt besetzt hat. Und mir wurde klar: Ich brauche dieses Buch.

Es dauerte nicht besonders lang, da stolperte ich in Neumünster auf einem Flohmarkt darüber und erwarb es sogleich. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, ich begann es auch sehr bald zu lesen. Und amüsierte mich königlich. Mit Humbert Humbert und Lolita sind Nabokov zwei Figuren gelungen, die sich einfach verdient haben. Als Lektüre unbedingt zu empfehlen!

Cagliostro. Dokumente zu Aufklärung und Okkultismus

Eine von der Idee hochinteressante Textsammlung, in der Zeitgenossen des großen Giuseppe Balsamo von Geschichten und Begegnungen mit dem Hochstapler berichten. Darunter Texte von Goethe, Schiller und Konsorten. Leider, leider muss ich gestehen, dass trotz der spannenden Grundidee die meisten Texte eher müde sind, weshalb ich meiner trüben Erinnerung auch bestenfalls die Hälfte gelesen habe, bis ich mir ein Buch griff, das mehr Hochspannung versprach. Also sowas wie das Telefonbuch oder so. Wer weiß, vielleicht schaue ich eines Tages doch noch mal rein.

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