Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Schlagwort: Charles Baudelaire

Aldous Huxley, Moksha. Auf der Suche nach der Wunderdroge

Baudelaire, Burroughs, Michaux, Thompson – man ahnt, dass ich ein besonderes Interesse an Autoren habe, die ein besonderes Interesse an Drogenerfahrungen haben. Da darf Huxley natürlich nicht fehlen. In diesem Band sind zahlreiche Essays von ihm versammelt, die Einnahme und Wirkung von psychedelischen Drogen behandeln. Wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, wird ihm sogar der Begriff „psychedelisch“ zugeschrieben, wobei in Wirklichkeit Humphry Osmond der Erfinder war. Auf jeden Fall eine spannende Sammlung, die ich eigentlich mal wieder lesen sollte – wie so vieles.

Französische Dichtung, zweisprachige Ausgabe.

Eine sehr interessante Sammlung, die ich mal in einem Kieler Antiquariat entdeckt habe. Leider hatten sie nur drei Bände da:

  • Band 1: Von Villon bis Théophile de Viau
  • Band 2: Von Corneille bis Gérard de Nerval
  • Band 4: Von Apollinaire bis zur Gegenwart

Der Band 3 (von Baudelaire bis Valéry) fehlt mir noch und ich würde ihn wirklich gern eines Tages mein eigen nennen. Gut, es ist jetzt hier nicht der Platz ausführlich die Bände zu besprechen, zumal ich sie nur sehr fragmentarisch konsumiert habe. Aber solche Anthologien dürften ja meist so verwendet werden; dass man sich das herauspickt, was man als Rosine betrachtet. In meinem Fall war das neben Villon u.a. der großartige Henri Michaux. Apropos: Ich sollte die Bände mal wieder in die Hände nehmen und ein wenig blättern. Irgendwas Neues, irgendwas Gutes findet man da stets.

Charles Baudelaire, Die Blumen des Bösen

Ach ja, auch ich hatte mal eine Phase, in der ich französische Lyrik des 19. Jahrhunderts gelesen habe (täglich grüßt das Murmeltier). Baudelaire interessierte mich dabei mehr wegen des Hintergrunds, dass er ein Haschischesser war. Soll ich ehrlich sein? Tja, ist wohl am besten. Baudelaire ist schnarchlangweilig. Zumindest in der Übersetzung. Und um das Original womöglich genießen zu können, ist mein Französisch leider nicht gut genug. Wobei ich lustigerweise weiß, dass es gut genug ist, um Rimbaud und Lautréamont zu genießen. Vermutlich liegt Baudelaires Wert bestenfalls darin, dass er in einer neuen Weise provoziert hat, dass er neue Maßstäbe gesetzt hat. In der Leistung selbst waren andere dann allerdings besser. Zum Glück.

Lautréamont, Das Gesamtwerk: Die Gesänge des Maldoror. Dichtungen. Briefe

Mein Schatz! Eins der schönsten Bücher, die ich besitze. Eine wundervolle Ausgabe (Rowohlt!) der Texte des Isidore Lucien Ducasse, der sich unter dem Pseudonym Lautréamont in die Geschichte der Literatur eingeschrieben hat. Kraftvolle, wunderbar poetische Texte in der Übersetzung von Ré Soupault, der Frau des Surrealisten Philippe Soupault.

Gegen Lautréamont ist Baudelaire ein feuchter Froschfurz. Wer starken Tobak sucht, wird daher mit Maldoror mehr als zufrieden sein.

Knut Hamsun, Hunger, Kinder ihrer Zeit, Der Ring schließt sich

In diesem ungewöhnlichen Band sind drei Texte von Knut Hamsun versammelt, die eigentlich nicht zusammengehören. Kinder ihrer Zeit und der Ring zähle ich eindeutig zu seinen schwächeren Werken. Hunger, sein Debüt und Durchbruch, sticht da weit heraus. Es ist ein Text, den ich mehrfach gelesen habe, mindestens einmal auch im Original (und gerade da sehr genossen!). Es schildert eine Zeit eines unbeugsamen, recht erfolglosen Jungschriftstellers – und ja, es basiert in Teilen auf Hamsuns eigenen Erfahrungen, aber auch auf eigenen Experimenten. Wenige Jahrzehnte nachdem in Frankreich die Haschischesser um Baudelaire mit Räuschen arbeiteten, erforschte Hamsun die Wirkungen des Hungers auf den Körper, wenn auch nicht immer ganz freiwillig. Und überraschenderweise – das sei all den Kiffern gesagt, die es hier hin treiben sollte – erzeugt Hunger medizinisch gesehen ähnliche Rauschzustände wie Haschisch.

Hunger, um es mal auf den Punkt zu bringen, ist ein gutes Buch, ein wichtiger Text. Die anderen beiden in diesem Band versammelten Texte dagegen sind so ziemlich das Schwächste, was ich von Hamsun kenne. Die weiteren besseren Romane von ihm werde ich ansprechen, sobald ich mich dem Regal mit den Taschenbüchern nähere.

Gerd Haffmans (Hrsg.), Der dekadente Rabe

Der dekadente Rabe (Rabe Nr. 15) war das Geschenk eines lieben Freundes, das mir mancherlei erheiternde Stunde gebracht hat. Insbesondere ein Poe-Text, den ich entweder noch nicht kannte oder peinlicherweise vergessen haben müsste, hat es mir angetan. Aber auch Baudelaire, Kingsmill und Drews wissen ihren Teil zur Dekadenz beizutragen. Flaubert, für den ich mich einfach (noch) nicht begeistern kann, sieht dagegen in meinen Augen recht blass aus. Wie sonst auch.

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