Ein hier etwas ungewöhnliches Stück stelle ich heute vor. Darüber gestolpert bin ich, als ein Freund, mit dem ich mich königlich über „In China essen sie Hunde“, „Old Men in New Cars“ und die Pusher-Trilogie amüsiert habe, von einem Film erzählte, der jüngst auf DVD erschienen sein soll. Wir forschten ein klein wenig und fanden heraus, dass Lapidus in Schweden längst als Erbe von Stieg Larsson gehandelt wird. Ich sag es gleich: Von Larsson habe ich nichts gelesen, kenne nur die Verfilmungen (sowohl die schwedische als auch den ersten Teil der unnötigen neuen Verfilmung mit Daniel Craig).

Bei dieser Kombination Pusher/Larsson musste ich einfach zuschlagen. Und obwohl ich Lapidus’ Schreibe uninspiriert finde (sehr abgehackt, alles stakkatohaft), muss ich doch zugeben, dass mich die Geschichte gepackt hat.

Kurz zum Inhalt: Es geht um einen Streber aus einfachen Verhältnissen, der mit allen Mitteln Geld machen möchte, einen dealenden Araber, einen dealenden Chilenen und die serbischen Mafia. Anfangs sind die einzelnen Fäden noch sehr weit voneinander getrennt, lösen sich aber am Ende perfekt auf. Wie gut die Geschichte selbst ist, dafür spricht die Zeit, in der ich das Buch verschlungen habe: 150 Seiten waren das Mindeste am Tag. In der Woche wohlgemerkt, ohne Urlaub.

Wer Larsson mag und ein Faible für skandinavische Gangster hat, wird mit Lapidus gut fahren. Viel Spaß!

Nachtrag: Inzwischen habe ich auch die Verfilmung (Easy Money) gesehen. Nicht ganz schlecht umgesetzt, aber einerseits lassen sie vieles weg und andererseits fürchte ich, dass der Film jemandem, der das Buch nicht kennt, schrecklich konfus erscheinen muss. Aber vielleicht täusche ich mich da auch.