Ein Werk der Weltliteratur, das auffallend wenige Leser kennen – und wenn doch, beschränkt sich ihre Kenntnis auffallend häufig auf den Titel. Lange habe ich eine hübsche Ausgabe gesucht (den Text gibt es immerhin längst frei im Internet). Die vorliegende aus dem Taschenverlag fand ich im Shop des Hamburger Völkerkundemuseums, das ich behufs einer hochinteressanten Skythenausstellung besucht hatte. Gut aus sieht sie definitiv, in rotem feinen Tuch gebunden, mit goldfarbenen Prägungen. Doch dummerweise hat Taschen hier mit schneller Nadel gestrickt – oder einfach am Lektorat gespart. Denn diese Ausgabe enthält dermaßen schrecklich viele eindeutige und offenkundige Fehler, dass das Lesen zeitweise schon keinen Spaß mehr machte.
Dennoch möchte ich eine Lanze für Sun Zi brechen. Seine Tipps beschränken sich keineswegs auf das Kriegshandwerk, sondern sind – wie so oft im Leben – sehr gut auf zahlreiche Situationen im Leben anwendbar. Ich finde ihn in dieser Hinsicht sogar praktischer als Tsunetomo Yamamoto. Denn während der nur beschrieb, was er gern erhalten wollte, ohne es selbst richtig leben zu können, beschreibt Sun Zi, auf welche Weise (auch) er Erfolg hatte. Tja, und für Asienfans wie meinereiner war es natürlich ohnehin eine Art Pflichtübung, wenn auch eine, die inhaltlich(!) mit viel Vergnügen verbunden war.