Ein Vorurlaubsnebenbeifund im Buchladen war das. Andere Bibliothek – passt. Kisch – hatte ich zwar noch nie wirklich konsumiert, gilt aber bekanntlich als wertige Nummer. Also hab ich zugeschlagen.
Rückert hat hier eine Auswahl von Kisch-Texten zusammengetragen, die er in seiner Prager Zeit erstellt hat. Thematisch war durchaus das ein oder andere dabei, z.B. der Redl-Fall, der zwar mit Zufall, aber geschickt aufgedeckt wurde. Oder die Hintergründe zu Gustav Meyrink waren mir bisher nicht bekannt. Textlich hab ich mich aber deutlich mehrheitlich bei der Lektüre geärgert.
Vieles ist eher umständlich und verknotet geschrieben, oft blitzt eine Selbstverliebtheit durch die Zeilen, wie man sie von Thompson kennt. Nur mit dem Unterschied, dass sie zu Thompson deutlich besser passt, weil dieses Mittel seinen Texten immanent ist.
Es ist offensichtlich: Ich war echt enttäuscht von dem Buch und war froh, dass ich es zügig abhaken konnte. Das ist trotz der schönen Ausgabe und der niedrigen Editionsnummer leider ein äußerst ernstzunehmender Kandidat für den nächsten Flohmarkt oder Bücherschrank.
Egon Erwin Kisch, Prager Verbrechen (Hrsg. Sabine Rückert)
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