Kategorie: lesen

  • Joseph Conrad, Der Geheimagent

    Ich bin ja ein großer Conrad-Fan. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ich mich in eine wiederholt vorkommende Szene seiner Hauptfiguren aus persönlicher Erfahrung sehr gut einfinden kann (ich erspare jetzt den Lesern und mir, diese Szene anzusprechen und auszuklamüsern). Der Geheimagent (im Deutschen geht in der Übersetzung leider die Zweitbedeutung des Titels verloren) […]

  • Thomas Pynchon, Mason & Dixon

    Mein erster Pynchon. Anfangs war ich über die Übersetzung sehr verwundert. Sie war nicht undurchdacht, passte aber überhaupt nicht zur Handlungszeit. Irgendwann bin ich in die Sprache reingekommen und in einem Arno-Schmidt-Paralleluniversum aufgewacht. Schon der nette Wiedererkennungswert mit Topoi wie dem Venusdurchgang und den „Chainbearern“ war da wie ein Besuch in der alten Heimat. Und […]

  • William Gurstelle, Messerwerfen und Absinth

    In dem Buch für totaaal risikobereite Menschen findet sich eine lustige Ansammlung an gefährlichen Tätigkeiten und Hobbys. Seltsam erschien mir, dass ich nach dem anfänglichen Fragebogen als eher risikoscheu gelte, obwohl ich viele der gefährlichen Sachen längst hinter mir habe: Die eponymen Handlungen Messerwerfen und Absinthtrinken gehören genauso dazu wie Experimente mit Schwarzpulver und Spielereien […]

  • Chuck Palahniuk, Fight Club, Snuff

    Den Film kannte ich – natürlich – schon lange. Ich muss aber sagen, dass es mehr Spaß macht, Fight Club zu lesen, als den Film zu sehen. Snuff ist dagegen ein recht interessantes Experiment, das in der Pornoszene spielt: Palanhniuk schaut den Darstellern beim größten Gang Bang aller Zeiten über die Schulter. Das tut er […]

  • Der Traum der Roten Kammer

    Beim Traum handelt es sich um den dritten großen Text der chinesischen Klassik zusammen mit den Räubern vom Liang Schan Moor und dem Kin Ping Meh. Der Traum ist zwar ein hochinteressantes Sittengemälde seiner Zeit, inhaltlich aber eindeutig der schwächste Text in diesem Trio. Schön, dass ich ihn gelesen habe, muss ich aber nicht noch […]

  • Gustav Meyrink, Der Golem

    Das war eindeutig die Überraschung des Jahres: Ein Text wie aus der Romantik, stilistisch um Längen besser als Meyrinks Dickens-Übersetzungen. Viele Einzelheiten erinnerten in der Art und Qualität an die besten Stellen bei Hoffmann. Davon hätte ich gern mehr! PS: Übrigens nicht mit dem bekannten Film zu vergleichen. Der hat auf seine Art zwar auch […]

  • Walter Serner, Die Betörung der Excentrique Fanouche

    Diese Sammlung von Ganoven- und ähnlichen Geschichten war ein Überraschungsgeschenk eines lieben Freundes. Die Texte selbst sind oft lokal eingefärbt – von Wien bis Berlin – und erheitern mit etlichen Lichtblicken innerhalb des weiten Mittelmaßes. Durchaus kurzweilig, das Ganze.

  • Kim Stanley Robinson, Die Romane des Philip K. Dick

    Als großer Fan der irren Dick-Welt wollte ich mir zwischendurch mal etwas Sekundäriges gönnen. Es war recht genehm zu lesen, lief fast ab wie der Besuch bei lieben Verwandten. Man erkannte das eine Bild und hatte jene Geschichte schon mal gehört. Ein regelrechter Spaziergang durch liebgewonnene Texte. Trotzdem gab es auch manches Neues.Dick-Fans werden ihre […]

  • August Lafontaine, Quinctius Heymeran von Flaming

    Natürlich, es ist nicht schwer auszumachen, dass ich mir diesen jüngsten Neuzugang aus der Reihe „Heidnische Altertümer“ als Schmidtist zugelegt habe. Aber das tut nix zur Sache des Inhalts. Das Buch selbst war, vor allem zu Beginn, recht amüsant, erinnert mich gerade in diesen Teilen wiederholt an den Shandy. Der Rest, was bei einem Buch […]

  • William S. Burroughs, Ghost of Change

    Aufgrund früherer Liebhaberei mal günstig bei Zweitausendeins geschossen. Nach guter Ablagerung in den Bücherregalen hab ich’s dann endlich gelesen – und für durchaus gut befunden. Viel mehr aber auch nicht. Zwar typisch Burroughs, aber nicht so kraftvoll wie seine frühen Arbeiten.