Tottes Lexikon
-
Jules Verne, Zwei Jahre Ferien
Irgendwie ist mein Verhältnis zu Verne ambivalent. Ich halte ihn für einen wichtigen, guten Autor, weiß Romane wie die 20.000 Meilen auch enorm zu schätzen. Aber ein Großteil seines Werks erscheint mir doch wirklich eher Jugendliteratur (gewesen) zu sein. Entsprechend wenig interessant fand ich diesen kleinen Roman, der von einer Strandung einer Kindergruppe auf einer…
-
Paul Zech (Nachdichtung), Die lasterhaften Balladen und Lieder des Francois Villon
Was hab ich sie gern gelesen, einzelne sogar auswendig gelernt (den Erdbeermund natürlich, den kleinen Herrn Ranunkel, Wer’s lang hat und die Lästerzungen …). Anfangs amüsierte ich mich noch darüber, sie in einem Klaus-Kinski-Imitat zu sprechen, erst später „erfand“ ich meine eigene Form der Aussprache und Betonung. Ja, Villon ist mitteleuropäisches Kulturgut. Geboren im spätmittelalterlichen…
-
Die Völsungen-Saga
Die Geschichte, die im deutschen Sprachraum unter der Bezeichnung Nibelungenlied bekannt ist, gelangte auch in verschiedenen Formen in andere Kulturräume. Dass sie beispielsweise in Form einer kleinen Liedersammlung Einzug in die ältere Edda hielt, habe ich an anderer Stelle bereits angesprochen. Dann gibt es im Nordischen noch eine Fassung, die als Þiðreks Saga (also Dietrichssaga)…
-
Helmut Walser Smith, Die Geschichte des Schlachters
Als ich dieses Buch auf einem Grabbeltisch im Antiquariat entdeckt hatte, dachte ich zunächst, es handle sich um ein Serienmörderbuch. Erst bei genauerer Betrachtung stellte ich fest, dass hier eine ganz andere Geschichte erzählt wird. Nämlich die Geschichte davon, was für krasse altertümliche Vorurteile über Juden auch im deutschen Kaiserreich noch verbreitet und mit ihren…
-
Paul Verlaine, Poetische Werke
Wer kennt sie nicht, die Beziehung zwischen Verlaine und Rimbaud? Höchst ungleich, diese Beziehung, nicht nur in Alter, sondern auch im poetischen Ausfluss. Witzigerweise sind es aber gerade die Texte des jüngeren Dichters, also von Rimbaud, die mit Abstand die besseren sind. Ob das daran liegt, dass der jüngere eher in der Lage war, sich…
-
Mark Twain, Die Abenteuer von Tom Sawyer
Ich glaube, hier braucht man gar nicht viel zu sagen. Twain ist gut, Sawyer ist gut. Nur Huckleberry Finn ist besser, aber die Ausgabe, die ich mit 14 mal bekommen habe, ist irgendwann verschwunden – leider. Super Lektüre, nicht nur für Jugendliche!
-
Tuti-Nameh – Das Papageienbuch
Sozusagen die Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht in Kleinform. Im Papageienbuch sind mit 70 Geschichten deutlich weniger Erzählungen versammelt. Die Ähnlichkeit zu dem Großklassiker ist allerdings auch inhaltlich relativ nah, so enthalten beispielsweise beide Sammlungen Motive aus dem Sagenkreis um Sindbad. Von dem, was ich bisher aus Tausendundeiner Nacht gelesen habe, erscheint mir diese Sammlung allerdings…
-
Hunter S. Thompson, Gonzo Generation
In diesem Band – untertitelt mit: das Beste aus den Gonzo Papers – sind zahlreiche kurze oder längere Texte von Thompson vereinigt, die zu einem guten Teil auch in anderen jüngst veröffentlichten Bänden publiziert sind. Nett für einen Rundumschlag durch die Jahrzehnte, amüsant in der Lektüre, aber eben auch viel Wiederholung, wenn man ohnehin Thompson-Fan…
-
Georg Trakl, Abendländisches Lied
Ich glaube, Trakl war so ziemlich der einzige Nenner, auf den ich mich mit meiner jahrelangen Deutschlehrerin auf dem Gymnasium verständigen konnte. Von all den Autoren, die sie uns aufgetischt hat, konnte ich mit Trakl am meisten anfangen. Später überraschte sie mich sogar damit, dass sie uns verriet, Trakl sei einer ihrer Lieblingsautoren überhaupt. Nennt…
Hast du irgendwelche Buchempfehlungen?