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Essays, Skizzen und Gedanken

Die Völsungen-Saga

Die Geschichte, die im deutschen Sprachraum unter der Bezeichnung Nibelungenlied bekannt ist, gelangte auch in verschiedenen Formen in andere Kulturräume. Dass sie beispielsweise in Form einer kleinen Liedersammlung Einzug in die ältere Edda hielt, habe ich an anderer Stelle bereits angesprochen. Dann gibt es im Nordischen noch eine Fassung, die als Þiðreks Saga (also Dietrichssaga) bekannt wurde und höchstwahrscheinlich über Hansekaufleute den Weg nach Norwegen fand (an ihr ist für manche Forscher besonders spannend, dass sie nahelegt, die Geschichte hätte weniger in Worms als vielmehr im Raum Westfalen stattgefunden). Ein weiteres Exemplar ist die Völsungen-Saga. Tja. Wagner hat sie wohl höher geschätzt als das mittelhochdeutsche Nibelungenlied. Ich muss gestehen, dass ich trotz gewisser nordischer Grundpräferenzen die mittelhochdeutsche Fassung bevorzuge. Dementsprechend „schwach“ finde ich daher die Völsungen-Saga. Interessant bleibt sie aber natürlich dennoch im Vergleich.

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  1. Ich kenne nur das Nibelungenlied durch persönliches Lesen. Inwiefern äußert sich die Schwäche der Völsungen-Saga? Was ist anders?

    • Ich finde sie stilistisch nicht sehr ausgeprägt, sie ist etwas plump im Aufbau und in der Spannung. Außerdem – da mag ich nicht viele Mitstreiter haben – gefällt mir die gedichtete Form des mittelhochdeutschen Nibelungenlieds. Und das fällt bei einer Saga naturgemäß weg, sie baut auf Prosa, abgesehen von einer Reihe altnordischer Strophen.

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